Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Montag mit Rückenwind steigender Autowerte vorerst die Marke von 12.000 Punkten gefestigt.

Ohne Stolpersteine von der Europawahl und relevante Neuigkeiten zum Dauerthema Handelsstreit kletterte der Leitindex im frühen Handel um 0,78 Prozent auf 12.105,05 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,70 Prozent auf 25.336,04 Punkte.

Von der Europawahl gingen keine größeren Belastungen aus. Am Markt hieß es, die Volksparteien hätten zwar vielerorts an Stimmen eingebüßt, der von einigen befürchtete deutlichere Rechtsruck sei aber ausgeblieben. «Trotz der Zugewinne am rechten Rand stellen nach wie vor überwiegend pro-europäische Kräfte die Mehrheit im EU-Parlament», kommentierte die LBBW.

Die Nachricht des Tages kam aus dem Autosektor. Dass der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler eine Verschmelzung mit Renault vorschlug, sorgte im ganzen Sektor für Fantasie. Die Börsen in London und New York blieben wegen Feiertagen geschlossen.

Die Fusionsfantasie rund um Fiat und Renault machte sich branchenweit bemerkbar: Bei den beiden direkt beteiligten Aktien sorgte sie in Mailand und Paris für prozentual zweistellige Kursgewinne. Im Dax waren die Aktien der Autobauer BMW, Volkswagen und Daimler mit etwa 1 Prozent Plus unter den Gewinnern. Dem schloss sich auch der Zulieferkonzern Continental mit einem Anstieg um 0,6 Prozent an.

Eine andere bereits vollzogene Übernahme traf am Markt aber auf wenig Interesse. Die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding kauft fast 90 Prozent der Anteile an der Firma Mesutronic, einem Technologieanbieter für Metall- und Fremdkörperdetektion. Händlern zufolge ist der Zukauf aber größenmäßig nicht bedeutend, und so reagierte die Aktie nur wenig darauf. Zuletzt lag sie mit 0,2 Prozent im Plus.

Deutlich mehr Schwung gab es bei den Aktien von Siltronic wegen einer Analystenstimme: Eine Kaufempfehlung ließ die Papiere, die zuletzt auf einem Tief seit zwei Jahren angekommen waren, im frühen Handel um etwa 5 Prozent steigen.