Frankfurt/Main (dpa) - Nach der starken Erholung in der Vorwoche haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch nach dem langen Pfingstwochenende weiter beherzt zugegriffen.

Der Dax kletterte bis zum frühen Nachmittag um 1,37 Prozent auf 12.210,03 Punkte und beendete damit den seit Anfang Mai vorherrschenden Abwärtstrend.

Nachdem der Dax in der vergangenen Woche vor allem von der Hoffnung auf sinkende Zinsen in den USA profitiert hatte, kam nun durch die Einigung zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten im Zollstreit auch von dieser Seite ein Argument für Käufer hinzu. Hierauf hatte die Wall Street tags zuvor bereits positiv reagiert, während in Deutschland feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde. Nun zeichnen sich in den USA weitere Kursgewinne ab.

Hinsichtlich des Handelskonflikts zwischen den USA und China richten sich die Augen bereits auf den G20-Gipfel Ende des Monats und ein dort geplantes Treffen der Präsidenten.

Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, gewann am Dienstag 1,69 Prozent auf 25.505,69 Punkte. Er kehrte damit wieder über die 50-Tage-Linie als mittelfristiger Trendindikator zurück. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,9 Prozent aufwärts.

Stahlwerte wie Thyssenkrupp und Salzgitter fielen mit deutlichen Kursgewinnen von mehr als 5 Prozent auf. Peking habe für die Regionalregierungen den Spielraum für Investitionen erhöht, hieß es. Börsianer hoffen nun auch auf positive Impulse für die Stahlnachfrage. Die Papiere von Salzgitter und vor allem Thyssenkrupp kommen von langjährigen Tiefstständen.

Für die Papiere des Modeunternehmens Hugo Boss ging es nach einem etwas zuversichtlicheren Analystenkommentar der US-Bank Morgan Stanley um fast 5 Prozent hoch. Immobilienwerte wie Deutsche Wohnen und Ado Properties liefen dagegen weiter hinterher. Nach Berichten über eine mögliche Mietpreisbremse in Berlin aus der Vorwoche äußern sich Analysten weiter skeptisch und fürchten deutliche Belastungen für Konzerne mit großem Portfolioanteil in der Hauptstadt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,27 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 144,19 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,07 Prozent auf 171,23 Punkte.

Ein Euro kostete zuletzt 1,1315 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1301 Dollar festgesetzt.