Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem zuletzt starken Anstieg des Dax hat die neue Börsenwoche mit leichten Verlusten begonnen. Für Molltöne sorgte der Autobauer Daimler mit einer Gewinnwarnung.

Der deutsche Leitindex Dax stand am Montagmorgen 0,30 Prozent tiefer bei 12.302,44 Punkten. Das in der vergangenen Woche erreichten Jahreshoch blieb aber in Reichweite.

Seit dem Zwischentief vor drei Wochen bei 11.620 Punkten war das wichtigste deutsche Börsenbarometer getrieben von der Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der Notenbanken um bis zu 7 Prozent nach oben gerannt. Anleiherenditen auf Rekordtiefs treiben die Anleger in Aktien. Zwei Aspekte könnten nun den Drang der Investoren etwas bremsen: der immer näher rückende G20-Gipfel und die Eskalation im Konflikt der USA mit dem Iran.

Im breiteren Markt zeigten sich die Anleger zu Wochenbeginn dagegen weniger zögerlich: Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, rückte im frühen Handel um 0,47 Prozent auf 25.620,75 Punkte vor.

Der Fokus der Anleger richtete sich zu Wochenanfang im Dax auf den Autobauer Daimler. Die Papiere rutschten nach einer neuerlichen Gewinnwarnung mit einem Abschlag von mehr als dreieinhalb Prozent an das Index-Ende. Wegen hoher Rückstellungen im Zusammenhang mit der Affäre um mutmaßlich manipulierte Dieselmotoren sehen die Stuttgarter ihren operativen Jahresgewinn nun nur noch auf Vorjahresniveau. Die Papiere der Konkurrenten BMW und Volkswagen fielen in diesem Sog moderat.

Lufthansa konnten dagegen ihre vorbörslichen Kursgewinne nicht verteidigen und rutschten um mehr als eineinhalb Prozent ab. Mit der jüngsten Gewinnwarnung hat das Vertrauen der Anleger in die Airline einen noch größeren Knacks bekommen. Am Montag kündigte der Konzern eine Änderung der Dividendenpolitik an.

Aktien des angeschlagenen Einzelhandelskonzerns Metro verteuerten sich nach dem Übernahmeangebot der beiden osteuropäischen Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac um mehr als vier Prozent. Die Metro-Führung bewertete die Offerte indes als zu niedrig. Anleger könnten nun auf eine Nachbesserung seitens der Interessenten spekulieren.

Zum Wochenstart gibt es zudem noch einige Veränderungen in den Indizes hinter dem Dax: So steigt Wacker Chemie aus dem Index der mittelgroßen Werte MDax in den SDax ab. Nachrücker ist der Leasingspezialist Grenke. Im Kleinwerteindex SDax müssen Vossloh und Hapag Lloyd ihre Plätze für Eckert & Ziegler und DMG Mori räumen.