London (dpa) - Für seinen neunten Wimbledon-Titel muss Roger Federer etwas schaffen, was ihm bislang noch nie gelungen ist. Der Schweizer Tennisprofi muss bei ein und demselben Grand-Slam-Turnier den spanischen Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal und den Branchenanführer Novak Djokovic besiegen.

Der serbische Titelverteidiger ist heute (15.00 Uhr MESZ/Sky) sein Final-Gegner beim Rasenturnier in London. «Letztendlich wird es darauf ankommen, wer an diesem Tag der Bessere ist», sagte Federer, der im Halbfinale am Freitag seinen Rivalen Nadal besiegt hatte. «Wer ist in einer besseren mentalen Verfassung? Wer hat noch mehr Energie übrig?»

Federer verblüfft auch mit beinahe 38 Jahren derzeit noch die Tennis-Welt und könnte zum ältesten Grand-Slam-Sieger in der Geschichte des Profi-Tennis seit 1968 werden.

Djokovic sei allerdings in Wimbledon die noch größere Herausforderung als Nadal, räumte Federer ein. 2014 und 2015 hatte der Herren-Rekordsieger von Wimbledon jeweils das Endspiel gegen den Serben verloren. Der 32-jährige Djokovic hatte im vergangenen Jahr im Finale den Südafrikaner Kevin Anderson besiegt und will seinen fünften Wimbledon-Titel holen. «Ich habe zwei Jahre nacheinander hier gegen Roger epische Endspiele gespielt, also weiß ich, was zu erwarten ist», sagte Djokovic.

Der 15-fache Grand-Slam-Champion führt mit großem Vorsprung die Weltrangliste an und hat seinen Spitzenplatz erst einmal sicher. Federer, der schon 20 Titel bei den vier größten Turnieren geholt hat, kann mit einem Sieg wieder zur Nummer zwei werden. Nadal würde er dann in der neuen Weltrangliste am Montag überholen.