Washington (dpa) - Die Natur nagt am Wrack der Titanic: Zum ersten Mal seit vielen Jahren gibt es neue Aufnahmen von dem auf den Meeresgrund gesunkenen Luxusdampfer. Teile des Wracks dürften demnach bald in sich zusammenbrechen.

Mit fünf Tauchgängen gelang es einer Expeditionscrew, in 3800 Metern Tiefe Videos von dem Wrack zu machen, wie die Produktionsfirma Atlantic in London mitteilte. Bakterien, die sich durch die Schiffshülle fressen, Rost und Ozeanströmungen setzen dem Wrack demnach stark zu.

Vor allem die Kabinen der Besatzung, darunter auch die Räume des Kapitäns, auf der Steuerbordseite seien stark betroffen. «Das ganze Deck auf dieser Seite bricht zusammen ... und die Zerstörung wird weiter fortschreiten», erklärte der Historiker Parks Stephenson der Produktionsfirma zufolge. «Die Badewanne des Kapitäns ist eines der Lieblingsmotive für Titanic-Liebhaber, aber die ist jetzt weg.» Die neuen Aufnahmen werden in einem Dokumentarfilm genutzt werden, wie Atlantic Productions erklärte.

Victor Vescovo, der eines der für die Tauchgänge genutzten U-Boote gesteuert hat, sagte demnach: «Es ist ein großes Wrack, ich war nicht darauf vorbereitet, wie groß es ist. Es war außerordentlich, es komplett zu sehen.» Die Crew habe während eines Tauchgangs auch einen Kranz abgelegt, um der Opfer zu gedenken, erklärte die Firma.

Der Untergang der «Titanic» ist die wohl bekannteste Katastrophe der Seefahrt: Nach der Kollision mit einem Eisberg auf seiner Jungfernfahrt von Southampton in England nach New York sank der Luxusdampfer in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912. Rund 1500 der mehr als 2200 Menschen an Bord kamen ums Leben. Das Wrack war 1985 südöstlich der kanadischen Provinz Neufundland auf dem Grund des Atlantischen Ozeans entdeckt worden.

Pressemitteilung Atlantic Productions (Englisch)