Dessau (dpa) - Deutschland ist nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) nicht ausreichend auf das Recycling ausrangierter Windräder vorbereitet.

«Es drohen Engpässe, bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter und Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau», heißt es in einer Mitteilung des Amtes. Das habe ein umfangreiches Forschungsprojekt ergeben.

So gebe es in der Bundesrepublik bisher nur eine Anlage zum Verwerten des Kunststoffes, aus dem die Rotorblätter der Windräder sind. Außerdem könnten die finanziellen Rückstellungen der Betreiber für den Rückbau der Windkraftanlagen nicht ausreichen.

«Bund und Länder sollten zügig Leitlinien für den Rückbau von Windenergieanlagen erarbeiten», sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Dem Amt zufolge gibt es in Deutschland mehr als 27.000 Windenergieanlagen, die Windräder vor der Küste nicht mitgerechnet.

Bei vielen Windrädern, die vom Jahr 2000 an errichtet wurden, läuft in den kommenden Jahren die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz aus. Ältere Anlagen sind außerdem nach heutigen Maßstäben ineffizient und leistungsschwach. Windkraftanlagen haben nach Angaben der Behörde eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Es sei ab 2021 voraussichtlich mit einem verstärkten Rückbau zu rechnen, teilte das UBA in Dessau mit.

UBA-Mitteilung