Mexiko-Stadt (dpa) - In Mexiko sind nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr 35.588 Menschen Opfer von Morden geworden.

Darunter sind 1006 Frauen, die Opfer von sogenannten Femiziden - also wegen ihres Geschlechts umgebracht - wurden, teilte das Amt für öffentliche Sicherheit in seiner Kriminalitätsstatistik für 2019 mit. Beide Zahlen stiegen im Vergleich zum Jahr davor. Die Zahlen werden im Laufe des Jahres aktualisiert und dann voraussichtlich noch höher ausfallen.

Es handelt sich um die höchste Zahl an Mordopfern, die das Amt je registrierte, seit es im Jahr 1997 begann, die vorläufigen Zahlen zu veröffentlichen. Es waren 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr - die Wachstumsrate sank damit aber deutlich. Im vergangenen Jahr lag sie noch bei 17 Prozent, im Jahr davor bei 28,6 Prozent. Nach endgültigen Zahlen gab es im Jahr 2018 mehr als 36.000 Morde.

Es war die erste Kriminalitätsstatistik für ein volles Jahr in der Amtszeit des Präsidenten Andrés Manuel López Obrador. Dieser war im Dezember 2018 mit dem Versprechen angetreten, die in Mexiko herrschende Gewalt mit einem neuen Ansatz einzudämmen - mit einer gelockerten Drogenpolitik und der Förderung von Bildung und Arbeitsplätzen, aber auch mit der Schaffung einer Nationalgarde.

Das lateinamerikanische 130-Millionen-Einwohner-Land hat seit Jahren ein großes Problem mit Gewaltkriminalität. Diese geht zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Als vermisst gelten in Mexiko zudem mehr als 60.000 Menschen. Der Großteil von ihnen verschwand seit 2006, als der damalige Präsident Felipe Calderón den Drogenbanden den Krieg erklärte. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

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