Duisburg - Es ist kein gewöhnlicher Schultag, der den 129 Kindern der Gemeinschaftsgrundschule Dislichstraße im Duisburger Stadtteil Meiderich an diesem Freitag bevorsteht. Aufgeregte Eltern warten vor dem Schulgebäude im Schatten des gigantischen Thyssen-Stahlwerks, während die Kinder drinnen von den Lehrern eine beunruhigende Nachricht bekommen.

Am Donnerstagabend wurde eine neunjährige Mitschülerin nach dem Vereinssport beim Verlassen des Schulgeländes von einem Schuss getroffen. Das Projektil traf das Kind in den Oberschenkel. "Dem Mädchen geht es den Umständen entsprechend gut. Es besteht und bestand keine Lebensgefahr", sagt Polizeisprecher Achim Blättermann.

Unfall oder gezielter Schuss

Die genauen Umstände des Vorfalls bleiben aber auch am Freitagnachmittag im Dunkeln. Man gehe Hinweisen auf einen Schützen nach, der möglicherweise in der Nachbarschaft wohne, sagt der Polizeisprecher. Es war gegen 20 Uhr am Vorabend, als Ohrenzeugen laut Polizei zwei "knallartige Geräusche" hörten. Ob die Viertklässlerin von dem Schützen gezielt ins Visier genommen wurde oder ob sich beim Hantieren mit der Waffe zufällig ein Schuss löste, der das Mädchen traf, bleibt unklar - die Polizei schließt beide Varianten nicht aus. Fest stehe, dass sich der Schütze zum Tatzeitpunkt nicht auf dem Schulgelände aufgehalten habe.

Polizisten fahren Streife

Unklar bleibt zunächst auch, ob die beiden knallähnlichen Geräusche von zwei Schüssen stammen oder ob es ein Echo gab. Gefunden wurde bislang nur ein Projektil. Unterdessen fahren am Freitag Polizisten auf Motorrädern Streife in der Gegend um die Schule, die nach Einschätzung Blättermanns allgemein als sicher gilt. "Die Eltern müssen nicht beunruhigt sein." Auch Schulleiterin Gabriele Wittinghofer hält nichts von Panik: "Die Schule ist normal besucht, und ich glaube, dass wir die Eltern und Kinder beruhigen konnten."

Entsetzte Eltern