Berlin - Experten zufolge gibt es bundesweit mittlerweile rund 9,6 Millionen dieser Feuerstätten. Als Hintergrund für die wachsende Verbreitung von Kaminöfen gilt die Preissteigerung für Öl, Gas und Strom, die nach Angaben des Statistischen Bundesamtes allein von 2004 bis 2005 um bis zu 30 Prozent betrug. Bei festen Brennstoffen wie Holz waren es nur knapp sechs Prozent. Auch die Umweltverbände freut das Umschwenken zu den alternativen Wärmestätten.

"Wir haben bereits vor einigen Jahren den Trend zum so genannten Homing beobachtet", sagt Stefan Michel vom Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) in Köln. "Das bedeutet, dass es sich die Menschen zu Hause gemütlich machen, beispielsweise mit einem bequemen Sofa oder eben einem Kaminofen."

Jährliche Steigerung um rund 500.000

In die Wand eingelassene Kamine und mit Holz beheizbare Kaminöfen, die nach Absprache mit dem Schornsteinfegermeister in fast jede Wohnung gestellt werden dürfen, sind deswegen gefragter denn je. Das Marktforschungsinstitut GfK hat im Auftrag der Rheinbraun Brennstoff GmbH bei Köln herausgefunden, dass die Anzahl der Feuerstätten in Privathaushalten besonders in den vergangenen zwei Jahren um jährlich rund 500.000 bundesweit gestiegen ist.

Das Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltverbände wie den Bund freut das Umschwenken zu den alternativen Wärmestätten. "Kaminöfen, die Holz verbrennen, liefern CO2-neutral Wärme und tragen so zum Klimaschutz bei", sagt BMU-Sprecher Jürgen Maaß. "Das ist natürlich positiv zu bewerten." Auch Bund-Energieexperte Torben Becker hebt hervor, dass Kamine mit Holz anstelle von Strom oder Öl nachwachsende Rohstoffe nutzen.

Probleme in Großstädten

Nachteile gibt es aus Sicht des BMU und des Bund dennoch. "Die Wärmeproduktion ist bei Kaminöfen wenig effizient", berichtet Becker. Außerdem gehe ein Großteil der Wärme über den Schornstein verloren. Das eigentliche Problem für die Umwelt sei jedoch, dass durch die Verbrennung von Holz auch die Feinstaubbelastung steige. "Vor allem in Großstädten, wo die Konzentration sowieso höher als auf dem Land ist, wird es noch schwieriger, wenn immer mehr Menschen ihre Kaminluft in die Luft pusten." Daher sei eine Zentralheizung mit Pellets - gepresstes Brennmaterial aus Holz - die noch bessere Umweltalternative zum teuren Heizen mit Strom, Gas und Öl.