Buenos Aires/Bogotá - Heute vor 80 Jahren wurde er in dem Ort Aracataca an der kolumbianischen Karibikküste geboren, seine erste Erzählung erschien vor 60 Jahren, vor 40 Jahren gelang ihm mit dem Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" der literarische Durchbruch und vor 25 Jahren wurde ihm der Nobelpreis verliehen.

Wie und wo García Márquez, der überwiegend in Mexiko lebt, seinen Geburtstag feiert, ist unbekannt. Aber in seinem Geburtsort sind zahlreiche kulturelle und künstlerische Veranstaltungen geplant und in Cartagena de Indias stehen erst beim Filmfestival vom 3. bis 10. März und dann beim IV. Internationalen Kongress der spanischen Sprache vom 26. bis 29. März Ehrungen "Gabos" auf dem Programm.

Untrennbar verbunden mit "Hundert Jahre Einsamkeit"

In den vergangenen Jahren ist es ruhiger um einen der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt geworden. Zuletzt erschien 2004 auf Deutsch der Roman "Erinnerung an meine traurigen Huren". Davor 2002 der erste Band seiner Memoiren. Unter dem Titel "Vivir para contarla" (Leben, um es zu erzählen) schildert García Márquez seine Kindheit, Jugendzeit und die ersten Erfahrungen als junger Journalist und Schriftsteller bis zum Jahr 1955. Den umfangreichen Band, der im Spanischen 579 Seiten umfasst, hatte er zeitweise wegen eines inzwischen kurierten Krebsleidens in großer Eile geschrieben. Zurzeit wird gemunkelt, der prominenteste Vertreter des magischen Realismus arbeite an der Fortsetzung. Ursprünglich sollten es drei Bände werden.

Was auch immer García Márquez ansonsten geschrieben, gesagt und getan hat, sein Name ist untrennbar mit dem Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" verbunden. Mehr als 400 Millionen mal wurde die Familiensaga aus dem Urwalddorf Macondo seither weltweit verkauft. Alles was danach kam, wurde an diesem Werk gemessen. "Nein, Erfolg wünsche ich niemandem. Da geht es einem so wie den Bergsteigern, die sich fast umbringen, um auf den Gipfel zu kommen, und wenn sie oben angekommen sind, was machen sie dann? Herabsteigen, so diskret und würdevoll wie möglich", sagte er einmal.

Schöpferische Pause

Der Schriftsteller, der auch als Journalist arbeitete, spricht selbst von einer "schöpferischen Pause". Der spanischen Zeitung "La Vanguardia" sagte er vor einem Jahr: "Ich habe einfach aufgehört zu schreiben. Das Jahr 2005 war das erste in meinem Leben, in dem ich nicht eine Zeile zu Papier gebracht habe." Wie lange die Pause dauern würde, sagte er nicht. Die Inspiration könne vielleicht noch einmal zurückkehren, aber es gebe Anzeichen, die ihn daran zweifeln ließen. "Mit der Erfahrung, über die ich verfüge, könnte ich ohne Probleme einen neuen Roman schreiben. Aber die Leute würden merken, dass ich nicht mit dem Herzen bei der Sache bin."