Berlin - Beim Bundesumweltministerium wurde ein Antrag auf Übertragung von 15 Milliarden Kilowattstunden Reststrommenge aus dem Kontingent des AKW Mülheim-Kärlich gestellt, teilte Vattenfall mit. Damit könnte das AKW Brunsbüttel über den bislang vorgesehenen Endtermin 2009 hinaus bis voraussichtlich 2011 am Netz bleiben.

Der Vorstandschef von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, begründete den Antrag in einer Erklärung mit dem Klimaschutz, da Atomkraftwerke keine Treibhausgase ausstoßen. Als zusätzliches Argument nannte er die Versorgungssicherheit. Weitere Einzelheiten wollte er auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

RWE, EnBW und Vattenfall fordern für Laufzeitverlängerung

Vattenfall Europe ist mit einer Beteiligung von 66,7 Prozent Mehrheitsgesellschafter des AKW Brunsbüttel; die restlichen Anteile hält der Konzern Eon. Das AKW Mülheim-Kärlich war nie in Betrieb gegangen; ihm war aber im Atomkonsens zwischen Kraftwerksbetreibern und Regierung eine rechnerische Reststrommenge zugewiesen worden. Dieses AKW beziehungsweise die ihm zugewiesenen Strommengen gehören allerdings dem Energiekonzern RWE. Eine Strommengenübertragung würde also eine entsprechende Vereinbarung zwischen RWE, Vattenfall und Eon voraussetzen.

Anträge auf Laufzeitverlängerungen hatten zuvor bereits der Konzern RWE für das Atomkraftwerk Biblis A und der Konzern EnBW für das Kraftwerk Neckarwestheim I gestellt. Die Rechtslage ist hier aber jeweils anders als im Fall Brunsbüttel. Zumindest den Antrag zu Biblis A will Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) Presseberichten zufolge ablehnen.

(tso/AFP)

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