Hamburg - "Wir werden den Zeitplan einhalten", bekräftigte SPD-Sprecher Bülent Ciftlik. Demnach soll dem Landesparteitag am 24. März ein neuer Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2008 präsentiert werden.

Die Gespräche mit möglichen Kandidaten würden "konzentriert und unverzüglich fortgesetzt", sagte der Sprecher. Einzelheiten nannte er aber nicht. Die Kommission zur Kandidatenfindung werde "zunächst das persönliche Gespräch suchen, bevor wir an die Öffentlichkeit gehen".

Voscherau will sich nicht verheizen lassen

Voscherau hatte die ihm angetragene Bürgermeisterkandidatur in einem Schreiben an den kommissarischen SPD-Landeschef Mathias Petersen abgelehnt, das die Partei am Montagabend veröffentlicht hatte. In dem Brief verwies Voscherau darauf, dass er erst vor zehn Monaten "unter dem Druck der Partei auf eine Kandidatur für 2008 verzichtet" habe. "Wie soll ich denen, die mich 2006 monatelang öffentlich bekämpft haben, jetzt glauben, dass ihre plötzliche Unterstützung von Dauer sein wird - durch dick und dünn bis 2012", heißt es weiter in dem Schreiben. Der 65-Jährige fügte hinzu, seine Familie sei "entsetzt über die Abläufe der vergangenen Wochen". "Sie befürchtet, dass ich als nächster verheizt werde."

Der neunköpfigen Findungskommission der Hamburger SPD gehören neben Petersen auch dessen Stellvertreterin Dorothee Stapelfeldt sowie die sieben Kreisvorsitzenden an. Nach einem wochenlangen Kampf zwischen Petersen und Stapelfeldt um die Spitzenkandidatur hatte die gescheiterte Urwahl zur Kandidatenkür am 25. Februar die Führungskrise in der Partei noch verschärft. Nach dem Verschwinden von etwa tausend Briefwahlstimmen trat der Landesvorstand geschlossen zurück. Er führt die Geschäfte nun nur noch kommissarisch bis zu dem geplanten Landesparteitag.

(tso/AFP)

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