New York - Nach einem hochrangigen Treffen zwischen Verhandlungsführern der USA und Nordkoreas hat Washington Pjöngjang zur Offenlegung seines Urananreicherung-Programmes aufgefordert. "Sie müssen auspacken", sagte US-Verhandlungsführer Christopher Hill in New York. Nordkorea müsse sein Bestreben, Uran anzureichern, erklären. In der US-Regierung gibt es derzeit eine Debatte über die Zuverlässigkeit von US-Geheimdienstinformationen, laut denen Pjöngjang im Jahr 2002 versuchte, Uran anzureichern. US-Geheimdienstmitarbeiter hatten am Wochenende erklärt, Informationen, wonach Nordkorea das Programm bis in die Gegenwart weiter verfolgt habe, seien eher "dürftig".

Hill und der nordkoreanische Verhandlungsführer bei den Atomverhandlungen, Kim Kye Gwan, waren am Montagnachmittag zu mehrstündigen Unterredungen im New Yorker Waldorf Astoria Hotel zusammengekommen. Ein solch hochrangiges Treffen zwischen nordkoreanischen und US-Vertretern hatte es seit sechseinhalb Jahren nicht mehr gegeben. Die Gespräche sollten am Dienstag fortgesetzt werden.

Bei den Sechs-Länder-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm hatten sich die Teilnehmer vor knapp drei Wochen darauf geeinigt, dass Nordkorea sein Atomprogramm aufgibt. Im Gegenzug soll das verarmte Land Hilfslieferungen erhalten. Außerdem wurden ihm diplomatische Beziehungen mit den USA in Aussicht gestellt. Hill und Kim hatten sich in den vergangenen zwei Jahren mehrfach bei den Sechser-Gesprächen getroffen; am Montag war es aber das erste Mal, dass sie alleine miteinander redeten. Neben den USA und Nordkorea sind an den Sechs-Länder-Gesprächen Südkorea, Japan, Russland und China beteiligt. (tso/AFP)

mehr Nachrichten »