Mossul - Mutmaßliche Anhänger des Terroristennetzwerks Al Qaida haben mindestens 140 Gefangene aus einem Gefängnis nahe der nordirakischen Stadt Mossul befreit. Die Angreifer hätten vermutlich dem Befehl von Abu Omar al Baghdadi, dem Emir eines selbsternannten "Islamstaates im Irak" unterstanden, sagte der Chef des Sicherheitsausschusses der Provinz Ninive, Hascham el Hamadani. Sie griffen demnach das Gefängnis Badusch mit kleinen Lieferwagen und leichten und mittelschweren Waffen wie Maschinengewehren an. Angesichts der Überzahl der Aufständischen hätten die Wachen nicht viel Widerstand geleistet. Unter den befreiten Inhaftierten seien auch ausländische arabische Kämpfer. Allerdings hätten US-Hubschrauber eingegriffen und mindestens fünf Freigelassene getötet. Die US-Armee habe das Gefängnis anschließend unter ihre Kontrolle gebracht.

Hamadi sagte weiter, ihm lägen Informationen vor, wonach der Gefängnisausbruch nur Auftakt einer Serie von Angriffen der von Baghdadi geführten Gruppe sei. Er befürchte, dass die Al-Qaida-Anhänger im Besitz von Giftgas-Bomben seien. Der so genannte Islamstaat im Irak ist eine Allianz von sunnitischen Aufständischen, die sich Al Qaida angeschlossen haben.

Zu Jahresanfang waren im Gefängnis Badusch 1200 der landesweit gefährlichsten Gefangenen untergebracht, unter ihnen 100 ausländische Kämpfer. Der frühere Gefängnisleiter und sein Stellvertreter waren im Dezember festgenommen worden, nachdem zuvor einem Neffen des hingerichteten Diktators Saddam Hussein die Flucht gelungen war. (tso/AFP)

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