Boston - Nach der furiosen Auswärtsserie der Detroit Pistons mit fünf Siegen im Westen der nordamerikanischen Basketball-Liga (NBA) hat Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks, dem besten Ostküstenteam, seine Grenzen im eigenen Haus aufgezeigt. Dank eines starken Endspurts des deutschen Nationalspielers gewann der Liga-Primus in der Autostadt mit 92:88. "Das war ein ganz wichtiger Sieg, vor allem, weil es der Auftakt einer langen Auswärtstour ist", sagte Aufbauspieler Jerry Stackhouse nach dem ersten von insgesamt sechs Gastspielen der Mavericks nacheinander.

Ausschlaggebend für den Sieg waren letztlich zwei Spieler - Nowitzki und Detroits Richard Hamilton. Letzterer vergab im Schluss-Viertel fünf seiner sieben Freiwürfe und damit den möglichen Heimsieg. "Das ist absolut verrückt. Ich habe noch nie zwei Mal hintereinander jeweils zwei Freiwürfe versiebt", sagte Hamilton ungläubig. Nowitzki hingegen ließ wie schon beim 106:101-Heimsieg am Freitag gegen Boston einer schwachen ersten, eine ganz starke zweite Halbzeit folgen: 21 seiner insgesamt 28 Punkte erzielte der Würzburger nach der Pause.

Nowitzki mit Anlaufschwierigkeiten

"Es hat wieder einige Zeit gedauert, bis ich im Spiel war", sagte Nowitzki, der sich bei seinen Mitspielern bedankte: "Erst sprangen ein paar Bälle wieder aus dem Korb. Aber mein Team hat viel Vertrauen in meine Fähigkeiten, deshalb konnte ich einfach weiter schießen."

Im Juni könnte es zu einem ungleich wichtigeren Duell der beiden Teams kommen: Im Finale der NBA. Sowohl die Texaner als auch die Pistons führen derzeit ihre Conferencen an. Während das Team von Trainer Avery Johnson mit einer Bilanz von 54 Siegen und 11 Niederlagen aktueller Spitzenreiter der Liga ist, rangiert die Nummer eins aus dem Osten (42:23) insgesamt nur auf Platz fünf.

Detroit ohne Chauncey

Im Endspiel müsste Nowitzki allerdings wieder mit der Gegenwehr von Detroits Superstar Chauncey Billups rechnen. Der 30-Jährige, der beim letzten Titelgewinn der Pistons, im Jahr 2004, zum wertvollsten Spieler der NBA-Finals gewählt wurde, hatte sich beim Sieg in Phoenix eine Leistenverletzung zugezogen und fehlte deshalb. "Er ist wahrscheinlich ihr wichtigster Mann und zudem einer der besten Werfer der Liga. Es hat uns sehr geholfen, dass Chauncey heute nicht dabei war", betonte Nowitzki.