Havanna - In der kommunistischen Parteizeitung "Granma" verurteilte er das Projekt der USA, aus Agrarprodukten für die Lebensmittelherstellung Brennstoff zu machen, als eine "unheilvolle Idee". Der Artikel wurde den ausländischen Korrespondenten in Havanna vorab zugesandt.

Die Produktion von Brennstoff aus Mais, Zuckerrohr und Soja bedeute wegen der Lebensmittelknappheit den "frühen Tod für drei Milliarden Menschen auf der Welt", schrieb Castro (80). US-Präsident George W. Bush hatte das Projekt bei seiner Lateinamerikareise Mitte März vor allem mit dem brasilianischen Präsidenten Luis Ignazio Lula da Silva propagiert. Castro argumentierte: "Wenn man den armen Ländern Geld gibt, um Ethanol aus Mais oder einem anderen Lebensmittel herzustellen, dann wird kein Baum stehen bleiben, um die Menschheit vor dem Klimawandel zu schützen."

Es ist der erste Artikel, in dem Castro zu einer aktuellen politischen Entwicklung Stellung bezieht. Bisher gab es lediglich Äußerungen zum Stand seiner Krankheit, die von Anfang an zum Staatsgeheimnis erklärt worden war. Castros engster Verbündeter, der venezolanische Präsident Hugo Chávez, hatte zuletzt vor wenigen Tagen berichtet, Castro sei nach der Operation Ende Juli des vergangenen Jahres nur knapp dem Tod entgangen. Damals hatte der langjährige Präsident Kubas die Führung des Landes bis auf weiteres seinem Bruder Raúl übertragen.

(tso/dpa)

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