Kiew/Moskau - Eine Explosion hat eine der wichtigsten Erdgasleitungen von Russland in Richtung Westeuropa lahm gelegt. Die Detonation ereignete sich nach Angaben einer Sprecherin des ukrainischen Katastrophenschutzministeriums aus zunächst ungeklärter Ursache in der Region der Hauptstadt Kiew. Lieferengpässe müssen deutsche Kunden aber nicht befürchten. Das staatliche ukrainische Gasunternehmen Naftogaz versicherte, dass die Ukraine ihre Verpflichtungen als Transitland einhalten werde. Deutsche und polnische Unternehmen bestätigten, dass weiter Gas ankomme.

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax wurden über die beschädigte Pipeline jedes Jahr 27,9 Milliarden Kubikmeter Gas von Urengoj in Westsibirien nach Westeuropa transportiert. Bei den Lieferungen an europäische Kunden würden aber keine Beschränkungen auftreten, versicherte der russische Monopolist Gazprom. Statt über die beschädigte Pipeline werde das Gas über andere Leitungen geleitet. Darüber hinaus würden unterirdische Reserven im Westen des Landes angezapft, kündigte Naftogaz an.

"Ohne Einschränkungen Gas"

"Wir bekommen aus Russland ohne Einschränkungen Gas", sagte der Sprecher von Deutschlands Marktführer Eon-Ruhrgas, Helmut Roloff. Doch selbst wenn es zu Engpässen kommen sollte, könne das Unternehmen die Versorgung der Kunden aufrecht erhalten, indem es auf andere Lieferländer ausweiche. Eon Ruhrgas bezieht nach eigenen Angaben ein Drittel des Gases aus Russland.

Zur Stunde gebe es "keine Störungen" bei den Gaslieferungen, sagte auch ein Sprecher des polnischen Unternehmens PGNiG. Allerdings sei es schwierig, die Folgen der Explosion für Polen vorauszusagen. "Wir erwarten offizielle Informationen aus Kiew."

Trümmerteile über 150 Meter verstreut

Die Explosion riss ein 30 Meter langes Teilstück der Pipeline heraus, deren Durchmesser 1,4 Meter beträgt. Trümmerteile wurden nach Angaben der Ministeriumssprecherin in Kiew bis zu 150 Meter weggeschleudert. Rettungskräfte löschten nach Angaben von Naftogaz ein Feuer am Ort des Geschehens. Ermittler suchten nach der Ursache.