Hannover/Stuttgart - Die Schwaben erhalten nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young AG für die abgelaufene Saison 26,18 Millionen Euro aus der Vermarktung der Fernsehrechte. Aber selbst der gescheiterte Titelverteidiger Bayern München bekommt als Tabellenvierter mit 25,19 Millionen Euro rund 55 Prozent mehr als 2006.

Von den neuen Fernsehverträgen der Deutschen Fußball Liga (DFL) profitieren vor allem die Spitzenvereine wie Stuttgart, Schalke (25,85), Bremen (25,52) und Bayern. Doch auch die anderen Clubs dürfen sich über einen stärkeren Geldfluss freuen. Die im Dezember 2005 abgeschlossenen Dreijahreskontrakte haben ein Gesamtvolumen von mehr als 1,2 Milliarden Euro. "Die Bundesliga ist eine sehr ausgeglichene Liga", sagt Arnd Hovemann, Sport-Experte bei Ernst & Young AG. "In Ländern wie Italien oder Spanien ist die Spanne der Einnahme-Unterschiede viel größer als in Deutschland."

Cottbus erhält weniger als Gladbach

Sogar Absteiger Borussia Mönchengladbach erhält durch die gestiegenen TV-Einnahmen einen kräftigen Zuschlag. Mit 17 Millionen Euro kassiert der Letzte der Bundesliga immerhin ein Drittel mehr als in der Vorsaison. Nicht ganz vergleichbar sind die Zahlen der Vorjahres-Aufsteiger: So erhält Energie Cottbus für die gerade abgelaufene Saison 12,45 Millionen Euro, rechnerisch ist das eine Verdreifachung gegenüber der vorherigen Zweitliga-Spielzeit.

Dass Cottbus als Tabellen-13. weniger TV-Einnahmen erhält als Schlusslicht Gladbach liegt am Verteilungsschlüssel, in dem nicht nur die aktuelle Saison, sondern auch die drei vorherigen Spielzeiten berücksichtigt werden. Dies ist auch der Grund, warum Rekordmeister Bayern den größten Anteil aus der Inlandsvermarktung (24,19) erhalten hat. Aus dem Topf der Auslandsvermarktung bekommen die Münchner hingegen nur 1 Million Euro. Zum Vergleich: Meister Stuttgart streicht aus den beiden Töpfen 22,18 Millionen (Inland) und 4 Millionen Euro (Ausland) ein.

Real kassiert 150 Millionen

"Durch diesen Verteilungsschlüssel ist eine Voraussetzung für eine spannende Liga gegeben", kommentierte Hovemann die Zahlen. Sie sind das Ergebnis eines Kompromisses, den der Vorstand des Ligaverbandes nach heftigen Diskussionen im Vorfeld fand. Im Februar wurde unter anderem festgelegt, dass das TV-Geld zwischen 1. und 2. Liga im Verhältnis 79:21 aufgeteilt wird und die so genannte Spreizung zwischen den Plätzen 1 und 18 bei 2:1 liegt.