Zur Bundestagswahl am 18. September können 34 Parteien antreten. Dies hat der Bundeswahlausschuss am Freitag in Berlin entschieden. Ohne Prüfung wurden einstimmig in der öffentlichen Sitzung acht Parteien zugelassen, die entweder im Bundestag sitzen oder in einem Landtag mit mindestens fünf Abgeordneten bereits vertreten sind. Dabei handelt es sich um SPD, CDU, CSU, Grüne, FDP sowie um die Linkspartei - den Zusammenschluss von PDS und WASG - sowie die rechtsextremen Parteien DVU und NPD.

Von den weiteren 58 politischen Vereinigungen, die ihre Beteiligung angemeldet hatten, erfüllten nach Ansicht des Wahlausschusses nur 26 die notwendigen Voraussetzungen. Drei weitere zogen ihre Anmeldung zurück. Einigen der Kleingruppierungen wurde die Anerkennung aus formalen Gründen verweigert, weil etwa vorgeschriebene Unterlagen fehlten. Bei anderen gab es massive Zweifel an ihrem Parteienstatus.

Zugelassen wurde unter anderem eine Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit , in deren Führung der umstrittene Mediziner und "Vitamin-Guru" Matthias Rath sitzt. In der Sitzung gaben die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und auch die WASG ihren Rückzug bekannt - ihre Kandidaten treten auf den Listen der Linkspartei an.

"Unsere Listen sind als korrekt qualifiziert worden", sagte Wahlkampfleiter Bodo Ramelow am Freitag in Berlin. Die Homogenität der Listen sei gewahrt. Aus Sicht ehemaliger Verfassungsrechtler umgehen die Linkspartei (vorher PDS) und die Wahlalternative WASG Bestimmungen des Wahlgesetzes. Die Landeswahlausschüsse entscheiden am 19. August über die Zulassung.

Zu den Kleingruppierungen mit oft weit unter 100 Mitgliedern, denen die Anerkennung verweigert wurde, gehörten die Partei der Nichtwähler , eine Überpartei oder eine Bergpartei . Auch die Gruppe Keine Partei entspricht meinem Wählerwillen stieß auf Ablehnung. Bundeswahlleiter Johann Hahlen stellte bei einigen Bewerbern die Ernsthaftigkeit der Kandidatur in Frage. Eine Partei, die mit dem Satiremagazin "Titanic" in enger Verbindung steht , wurde aber zugelassen. Nach längerem Hin und Her wurde auch die "Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands" anerkannt. Gegen ihre Ablehnung können die Parteien Einspruch einlegen.