Gerhard Schröders Chancen steigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bundeskanzler am 18. September wiedergewählt wird, schätzen die Händler der Wahlstreet  mittlerweile auf 30,5 Prozent.

Auf der gab es am Wochenende viel Bewegung. An diesem Aktienmarkt zur Bundestagswahl tippen gegenwärtig rund 1.600 Nutzer auf den Ausgang der Wahl, indem sie Aktien der Parteien handeln. Anhand der Aktienkurse ergibt sich eine Prognose des Wahlausgangs. Noch vor dem Wochenende lag der Wert bei etwa 20 Prozent. Angela Merkels Kurs ist dagegen relativ stabil geblieben. Das liegt daran, dass immer mehr Händler einen sonstigen Wahlausgang für unwahrscheinlicher halten.

Stoibers Bemerkungen über Ostdeutsche haben einen deutlichen Rückschlag für die Werte der Union bewirkt. Auf dem Markt "Regierungskoalition" handeln die Wahlstreet-Spieler Aktien zu möglichen Konstellationen nach der Wahl. Eine schwarz-gelbe Regierung wird nur noch bei 35 Prozent gehandelt, ein Verlust von über 10 Prozentpunkten innerhalb einer Woche. An eine absolute Mehrheit der Union glaubt kaum ein Händler mehr. Dagegen wird eine große Koalition mit knapp 50 Prozentpunkten als wahrscheinlichstes Endergebnis gehandelt. Die Aussichten der SPD haben sich insgesamt verbessert. Zwar wird der Fortbestand der Regierung bei nur 8 Prozent gehandelt und eine rot-rot-grüne Koalition bei knapp 7. Doch letzte Woche lagen die Werte noch bei fast null.

Allerdings schlagen sich diese Tendenzen kaum im Hauptmarkt nieder. Die Werte aller Parteien blieben übers Wochenende stabil. Die Union liegt fest bei fast 40 Prozent, die SPD bei über 30 Prozent. Die FDP liegt seit Börsenbeginn bei über 7 Prozent, die Grünen bei über 8. Die Linkspartei hat sich zwischen 10 und 11 Prozent eingependelt.