Professor Paul Kirchhof hat sich für ein Kinderwahlrecht ausgesprochen. Er wolle Familien ein größeres Gewicht in der Gesellschaft geben, sagte der für Finanzen zuständige Unionswahlkämpfer. Eine dafür notwendige Verfassungsänderung halte er für "erwägenswert", sagte er der Zeitung "Die Welt".Kirchhofs Beweggrund ist das Problem der alternden Gesellschaft: Sie lasse sich nur in den Griff bekommen, "wenn wir die Menschen dazu veranlassen, das zu tun, was sie wollen: nämlich Kinder zu bekommen", sagte Kirchhof. "Und da stimmen die Rahmenbedingungen nicht." Er betonte die Bedeutung der Familie für den Zusammenhalt des Staates: "Dieser Staat braucht die Familie, um eine Nation bleiben zu können."Der Bundestag hatte erst Anfang Juni über ein "Wahlrecht von Geburt an" abgestimmt - und es mit großer Mehrheit abgelehnt.