Laut den neuesten Prognosen verringerte sich der Abstand zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün nach dem Fernsehduell. In der Sonntagsfrage von Forsa liegt die Union bei 42 Prozent, die FDP bei 6 Prozent. Beide sanken damit um einen Prozentpunkt. Die SPD konnte auf 34 Prozent steigen, die Grünen liegen bei 7 Prozent. Emnid dagegen schätzt die SPD um zwei Prozentpunkte schwächer ein, die FDP etwas besser. Einen Trend verzeichnen alle fünf großen Forschungsinstitute : Sie sehen seit dem Duell die SPD im Aufschwung, die Union zumindest stagnierend, wenn nicht fallend.

Auch an der Wahlstreet , der virtuellen Börse, sind diese Bewegungen zu erkennen, wenn auch weniger deutlich als bei den Umfragen. Doch die Händler, die an diesem Prognoseinstrument auf den Wahlausgang wetten, gingen ohnehin schon von einem engeren Feld zwischen Union und SPD aus. CDU/CSU hält sich hier bei einem relativ stabilen Kurs von 40,3 Prozent. Die SPD konnte seit dem Duell um einen halben Prozentpunkt zulegen und liegt jetzt bei 32,5 Prozent. Die FDP verlor ihren Aufschwung von vergangener Woche und liegt nun wieder bei 7,5 Prozent. Die Grünen bleiben bei stabilen 8,2 Prozent. Großer Verlierer der vergangenen Wochen – mit einem Schub nach unten seit Sonntag – ist die Linkspartei: Von 11 Prozent ausgehend nähert sie sich der 8-Prozent-Marke.

An der Vermutung über denFortbestand der Kanzlerschaft Schröders hat aber auch das Duell nichts geändert: Merkels Aussichten auf den Wahlsieg stiegen von 82 auf teilweise über 85 Prozent. Doch offensichtlich wird es immer wahrscheinlicher, dass sie in einer großen Koalition regieren wird: Eine solche Option wird von den Wahlstreet-Spielern am Montagnachmittag mit fast 45 Prozent bewertet – ein Anstieg von 6 Prozentpunkten zum Vortag. Die Wahrscheinlichkeit einer großen Koalition stürzte von 51 Prozent auf 47.