Wenige Tage vor der Volksabstimmung im Irak über die Verfassung bleibt der Entwurf dazu unter Sunniten umstritten. Der führende Vertreter des Nationalen Dialog-Rates (NDC) Saleh al-Mutlak sagte der dpa am Mittwoch in Bagdad, eine neue Vereinbarung reiche nicht, um die ablehnende Haltung zu ändern. Ein Sprecher der Irakischen Islamischen Partei (IIP), der größten sunnitischen Gruppe im Irak, hatte zuvor in Aussicht gestellt, dass seine Partei ihre Anhänger dazu auffordern werde, bei dem Referendum am Samstag mit Ja zu stimmen.

Bei Verhandlungen am Vorabend hatten sich Vertreter von Schiiten, Kurden und einigen sunnitischen Organisationen auf die Möglichkeit geeinigt, die Verfassung nach den Parlamentswahlen am 15. Dezember zu ändern.

Eine mögliche Überarbeitung des von Schiiten und Kurden unterstützten Entwurfs war eine der zentralen Forderungen der Sunniten in den Verhandlungen gewesen. Die Zustimmung der Minderheit gilt als wichtig, um eine weitere Entfremdung der Volksgruppen zu verhindern, die zum Bürgerkrieg führen könnte.

Sollte der Entwurf am Samstag angenommen werden, sind für Dezember Wahlen geplant. Ein Vertreter der von Schiiten und Kurden geführten Regierung sprach nach der Einigung von einer wichtigen Entwicklung, um die Wut der Sunniten über die Verfassung zu besänftigen. Es bestand jedoch zunächst keine Einigung darüber, wie die Verfassung geändert werden kann. An den seit Tagen geführten Verhandlungen nehmen auch US-Vertreter teil.