Vor einem Jahr wurde die erste Version des Browsers Firefox offiziell freigegeben. Über 100 Millionen Mal wurde das Programm seitdem heruntergeladen, Analysten schätzen den Marktanteil des kostenlosen Programms inzwischen auf über 10 Prozent.

Bis Firefox kam, sah die Welt der Browser seit dem Ende der 90er Jahre trist aus. Microsoft hatte damals mit "Internet Explorer" den Konkurrenten Netscape fast komplett vom Markt verdrängt. Die Trümmer des einstigen Internet-Pioniers wurden von AOL aufgekauft, der Programmcode des  Netscape Navigators 1998 der Open-Source-Gemeinde übergeben. Jeder Interessent konnte sich an dem Projekt beteiligen.

Die Entwickler machten sich ans Werk. Ihr erstes Produkt war der Browser Mozilla. Dieser führte viele Funktionen ein, die dem Netscape Navigator gefehlt hatten: Von Anfang an beliebt waren der Popup-Blocker, der lästige Werbefenster unterdrückt, und das "Tabbed Browsing", das es ermöglicht, mehrere Internetseiten in einem Browserfenster zu öffnen. Ein weiterer Pluspunkt: Mozilla orientierte sich strikt an den Standards, die für Internetseiten gelten. Aber Mozilla blieb zunächst ein Nischenprodukt von und für Internet-Enthusiasten.

Der Durchbruch kam mit dem zweiten Projekt: Firefox wurde sozusagen als kleiner Bruder von Mozilla konzipiert. Kleiner, schneller und vor allem massentauglicher. Nutzer schätzen besonders die leichte Erweiterbarkeit des Browsers. Auf den Mozilla-Webseiten kann man Hunderte von "Extensions" herunterladen, die den Browser um zahlreiche Funktionen ergänzen. Das Angebot reicht von einem universellen Werbevernichter namens "Adblock" bis zu professionellen Werkzeugen für Web-Designer. Auch Branchengrößen wie Yahoo und Google bieten Erweiterungen für den Browser an.

Dank der Beteiligung von AOL verfügte das Mozilla-Projekt immer auch über bezahlte Entwickler. Nach dem Ausstieg des Geldgebers stehen andere Branchengrößen Schlange, um sich im Rahmen der 2003 gegründeten Mozilla Foundation an dem Gemeinschaftsprojekt zu beteiligen. Google bezahlt Firefox-Entwickler, IBM steuert Know-How bei, die France Telecom arbeitet mit den Mozilla-Entwicklern an einem Mini-Browser für Mobiltelefone. Kürzlich hat die Foundation eine Tochtergesellschaft gegründet, um auch kommerziellen Support anzubieten und damit die Verbreitung in Firmen voranzutreiben. Sollte das Angebot ankommen, könnte der Firefox dem Internet Explorer auch auf den Firmen-Desktops gefährlich werden. Bisher sind viele interne Firmenanwendungen für den Microsoft-Browser optimiert, Geschäftskunden zögern deshalb noch mit einer Umstellung.