Vergangene Woche verlosten wir dreimal zwei Eintrittskarten für die Deutschlandtour des Osloer Trompeters Nils Petter Molvær. Die Gewinner durften sich freuen, hatten aber die kleine Aufgabe, uns von ihren Eindrücken zu berichten. Als Erster meldet sich nun Jürgen Bennemann aus Haan bei Solingen zu Wort, der mit Frau und Sohn das Konzert am 9. November in Köln besuchte: Der Konzertsaal im Stadtgarten ist klein, eher Clubatmosphäre. Das Equipment auf der niedrigen Bühne in strahlend blaues Licht aus vier computergesteuerten Lichtmaschinen getaucht. Nils Petter Molvær bläst abwechselnd in zwei Mikrofone, von denen das eine den originären Trompetenklang bis zur Unkenntlichkeit verändert, transformiert, zur Stimme eines anderen Instruments werden läßt. Das andere gibt die sensible, manchmal fast gehauchte Spielweise Molværs sehr deutlich wieder, bisweilen mit leichten Effekten verstärkt. BILD Die beiden DJs sorgen für einen Klangteppich aus satten Beats und fetten Bässen, durchsetzt mit Klangsprengseln unterschiedlichster Herkunft. Darüber sorgen ein virtuoser Bassist und ein ebenso virtuoser Drummer für den Groove und die Musikalität, die elektronisch erzeugte, ja selbst gesampelte Loops nie erreichen.Das Ganze ergibt einen loungemäßigen Sound, kraftvoll und sehr differenziert, bisweilen enorm an Dynamik und Lautstärke gewinnend – und dann lassen es die Nordmänner aber mächtig krachen! Molvær und seine Mannen sind gut aufeinander eingestimmt, elektronische und analoge „Instrumente“ ergänzen einander, tauschen die Rollen und fließen perfekt zusammen, die Einsätze und Absätze sind sauber getimt, der Gesamtklang immer differenziert, nie krachig.Das Ergebnis ist sehr nordisch: Cool, diszipliniert, ein bisschen zurückhaltend – und doch spürt man die Leidenschaft, die unter dem blauen Licht lebt.Als Zugabe spielt Molvær ganz allein ein ganz feines, einsames Lied und zeigt, dass er auch das kann: einfach gut Trompete spielen.Ein Lob noch an die Toningenieure: Das Konzert war bestens ausgesteuert, satter Sound, schön laut, nie zu laut, und bis in die tiefsten Bässe immer differenziert. Das hört man leider zu selten bei Livekonzerten, zumal bei dieser Art Musik.Soweit Jürgen Bennemann aus Köln. Nun sind wir natürlich auf München (11.) und Berlin (14.) gespannt.