Wenige Tage vor einer Geberkonferenz der Vereinten Nationen (UN) im Kampf gegen die Vogelgrippe ist in Indonesien die Zahl der Toten durch den aggressiven Virustyp H5N1 gestiegen. Bei der Konferenz am 17. und 18. Januar in Peking will die UN 1,1 Milliarden Euro sammeln. In der Türkei befinden sich zwei Kinder mit Verdacht auf Vogelgrippe in kritischem Zustand. In Belgien bestätigte sich der Verdacht von Vogelgrippe bei einem Menschen nicht.

In Indonesien ist die Zahl der bestätigten Todesfälle durch die Vogelgrippe auf zwölf gestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe die Infektion einer 29 Jahre alten Frau mit dem Virustyp H5N1 durch eigene Tests nachgewiesen, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Jakarta am Samstag mit. Das Opfer stammte aus dem Osten der indonesischen Hauptstadt und war am Mittwoch gestorben.

Zwei Kinder, die in einem Krankenhaus in der osttürkischen Stadt Van wegen Verdachts auf Vogelgrippe behandelt werden, sind nach einem Bericht der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu vom Samstag in kritischem Zustand. Die Ärzte warten auf Testergebnisse, um feststellen zu können, ob das zwölfjährige Mädchen und ihr fünf Jahre alter Bruder an dem aggressiven Virus H5N1 erkrankt sind. Die beiden Kinder stammen aus der Region Dogubeyazit im Osten der Türkei, der gleichen Region, aus der in der vergangenen Woche drei Kinder an dem Vogelgrippevirus gestorben waren.

In der zentraltürkischen Stadt Sivas ist eine positiv auf Vogelgrippe getestete Frau nach ärztlicher Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Frau sei auf den für den Menschen gefährlichen Virus H5N1 behandelt worden, berichtete Anadolu. Sie sei in der Türkei die vierte mit dem Virus infizierte Person, die nach erfolgreicher medizinischer Betreuung wieder entlassen werden konnte. Elf weitere Menschen würden noch in Krankenhäusern behandelt. Keiner von ihnen befinde sich in Lebensgefahr, hieß es.

Die USA schicken weitere Vogelgrippe-Experten in die Türkei. Das neue Team soll nach Angaben des Außenministeriums an diesem Montag in Ankara eintreffen und den Behörden vor Ort bei der Kontrolle der Krankheit helfen. Eine Delegation des nationalen Gesundheitsamtes (CDC) war bereits vergangene Woche in die Türkei gereist. Die USA haben im vergangenen Jahr 330 Millionen Dollar für den Kampf gegen die Vogelgrippe in anderen Ländern zur Verfügung gestellt.

Unterdessen bestätigte sich der Verdacht von Vogelgrippe bei einem Menschen in Belgien nicht. Gesundheitsminister Rudy Demotte sagte am Samstag in Brüssel: "Nach den ersten Ergebnissen handelt es sich nicht um einen Fall von Vogelgrippe." Der Mann, ein russischer Journalist, war am Freitag mit Grippe-Symptomen in das Universitätshospital Saint-Pierre eingewiesen worden, wo die Ärzte umfangreiche Tests machten. Er war aus einem Gebiet der Türkei nach Brüssel zurückgekehrt, wo das H5N1-Virus nachgewiesen worden sei, wie die Nachrichtenagentur Belga weiter meldete. Der Mann habe dort eine Reportage gemacht.