In ihrem Programm "Wir sichern Deutschlands Zukunft" fordert die Parteiführung Reformen nach skandinavischem Vorbild. Auch in Deutschland müssten wirtschaftliche Dynamik und soziale Gerechtigkeit stärker als bisher verknüpft werden. Diese Forderung will die SPD zu einem Schwerpunkt ihrer künftigen Arbeit machen und sich damit von der Union abgrenzen."Nur eine kinderfreundliche Gesellschaft kann eine dynamische und wachstumsstarke Gesellschaft sein", heißt es in dem Entwurf. Um Familien zu fördern sei eine zielgenaue Politik notwendig, die es jungen Männern und Frauen erleichtere, Kinderwünsche zu erfüllen, ohne ihre berufliche Perspektive zu gefährden. So soll der 2005 eingeführte Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen erhöht und die Anträge vereinfacht werden. Auch das ab 2007 geplante Elterngeld soll trotz der noch unklaren Finanzierung nach skandinavischem Vorbild "weiter entwickelt" werden. Die SPD tritt zudem für einen Rechtsanspruch auf einen Tagesstättenplatz ab dem zweiten Lebensjahr ein. Angestrebt wird auch die vollständige Gebührenfreiheit für Kindergärten. Kinder sollen zumindest im letzten Jahr vor der Einschulung zum Besuch eines Kindergartens verpflichtet werden. Im Bildungsteil werden Schritte gefordert, um die hohe Zahl von Schulsitzenbleibern zu verringern.Die SPD bleibe auch im Bündnis mit der Union "die Partei der Erneuerung und Gerechtigkeit", heißt es in den Leitlinien der Parteispitze zur großen Koalition. Als SPD-Ziele werden darin genannt: eine starke Wirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen und fairen Löhnen sowie ein handlungsfähiger Staat. "Der Koalitionsvertrag ist dafür eine gute Grundlage. Er trägt in weiten Teilen unsere Handschrift", wird betont.Wie am Rande der Sitzung in Mainz verlautete, will der frühere SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Wahlkampf für die rheinland-pfälzische Landtagswahl am 26. April aktiv werden. Offenbar will Schröder in Gesprächsrunden für die Wiederwahl von Ministerpräsident Kurt Beck werben. Auftritte bei Wahlkundgebungen sind nicht geplant.