Mit ihrem Webbrowser Firefox hat die Mozilla-Stiftung es bereits vorgemacht: Ein gutes Produkt und breite Unterstützung durch die Internet-Community können selbst Softwaregiganten wie Microsoft Marktanteile abjagen. Nun präsentiert die Mozilla-Foundation die neue Version ihres E-Mail-Programmes Thunderbird, das mit einer Reihe verbesserter Technologien aufwartet und Outlook Express Konkurrenz macht.

Die Filter für Spam-, Viren- und Phishing-Mails und die Unterstützung für RSS-Feeds wurden für Thunderbird überarbeitet und verbessert. Zudem wurden Softwareupdates deutlich vereinfacht - mittels Technik aus dem Firefox-Projekt. Neu ist auch die konsequente Unterstützung von Podcasts. Diese Angebote, die in ihrem Format an Weblogs erinnern, als Medium aber nicht Text auf Webseiten, sondern meist das MP3-Audioformat nutzen, können mit Thunderbird ebenfalls verwaltet werden.

Komfort ist das eine, Vielfalt das andere Standbein der Software. Obwohl Thunderbird viele Optionen anbietet, muss ein normaler Nutzer sich nicht mit ihnen auseinandersetzen. So bietet Thunderbird auch die Möglichkeit, mittels einer Technik namens IMAP Postfächer zu nutzen, bei denen die Nachrichten nicht heruntergeladen werden, sondern auf dem Server verbleiben. Auch im Betrieb mit Microsofts Mail-Server "Exchange" hat sich der Donnervogel bereits bewährt.

Ein wichtiger Punkt ist für viele Nutzer der Import aus anderen E-Mail-Programmen wie Outlook Express oder Eudora. Auch hier bietet Thunderbird viel Komfort, mit wenigen Mausklicks lassen sich die bisherigen E-Mails, Kontaktdaten und Adressen in das neue Programm importieren. Keine Unterstützung bietet Thunderbird hingegen für Kalender, wie sie in Microsofts Outlook, dem großen Bruder von Outlook Express, zu nutzen sind. Hierfür ist die Installation einer Software-Erweiterung notwendig: mit Mozilla Calendar und Mozilla Sunbird stehen gleich zwei Optionen zur Verfügung. Wer Wert auf die Geheimhaltung seiner E-Mail-Kommunikation legt, sollte sein Thunderbird zudem mit dem Verschlüsselungstool Enigmail ausstatten. Diese Erweiterung ist jedoch noch nicht fertig entwickelt, Fehler sind daher nicht ausgeschlossen.

Firefox und Thunderbird zeigen, wie freie Open-Source-Software Akzeptanz finden kann: Indem die Produkte auch für solche Anwender geeignet sind, die bislang nur mit Microsoft-Produkten gearbeitet haben. Dass beide Anwendungen sowohl für Windows als auch für das Betriebssystem Linux verfügbar sind, erleichtert im Übrigen die Migration zum alternativen und kostenlosen Linux. Die Entwicklung verschiedener Mozilla-Projekte wird dabei unter anderem von Sun und Google unterstützt.