Nach anhaltendem Schneefall hat sich die Lage in den ostbayerischen Krisengebieten am Freitagmittag weiter zugespitzt. Im Landkreis Regen bereitet sich der Katastrophenstab auf die Evakuierung von Wohnhäusern in größerem Stil vor. In zahlreichen Gemeinden seien die Schneelasten auf den Hausdächern weit über die Belastungsgrenze angewachsen, sagte ein Sprecher. Hunderte von Gebäuden müssten von tonnenschweren Lasten befreit werden. Seit der Nacht fiel in der Region mindestens ein halber Meter Schnee.

Durch die heftigen Schneefälle der letzten Tage sind viele Gebäude vom Einsturz bedroht. Tausende Feuerwehrmänner und Helfer versuchen, die Schneemassen von Hausdächern zu entfernen. Ein Feuerwehrmann im niederbayerischen Zwiesel (Landkreis Regen) stellt sich der Herausforderung. © Foto: dpa

Ein Mann schaufelt am Donnerstag den Schnee von seinem Dach in Fleckl (Landkreis Bayreuth). Seit der Katastrophe in Bad Reichenhall im Januar ist man in Bayern alarmiert. Hunderte von Dächern müssen freigeschaufelt werden, Dutzende öffentlicher Gebäude sind aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Seit der Nacht zum Freitag sind zahlreiche Straßen in Oberbayern und Schwaben kaum noch passierbar, etliche Verbindungen wurden gesperrt. Mindestens zwei Menschen starben bei Verkehrsunfällen auf schneeglatten Straßen. Auf dem Münchner Flughafen wurden Flüge gestrichen. Auch der Zugverkehr ist teils stark behindert. In den Alpen herrscht akute Lawinengefahr. © Foto: dpa

Für nahezu alle Landkreise entlang der Alpen wurden nach Angaben der Behörden Unwetterwarnungen herausgegeben. Sie bezogen sich vor allem auf die starken Schneefälle und die Verwehungen. In Schwaben gab es innerhalb von 24 Stunden rund 150 Unfälle.

Die katastrophale Wetterlage hat auch im oberbayerischen Traunstein ein Todesopfer gefordert: ein junger Feuerwehrmann ist beim Einsatz durch ein Dachfenster gestürzt. Bei der gefährlichen Hilfsarbeit werden in Bayern viele Menschen verletzt. Auch außerhalb Bayerns führen die chaotischen Umstände zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen. © Foto: dpa

Im niederbayerischen Deggendorf wird Schnee vom Dach einer Schule geräumt. Auch im nordbayerischen Fichtelgebirge spitzt sich die Lage zu. In Weidenberg im Landkreis Bayreuth wurden nach Feuerwehrangaben rund 50 Kinder eines Kindergartens vorsichtshalber ins Freie gebracht. Mehrere Dächer in der Region wurden vom Schnee befreit, darunter auch ein Einkaufsmarkt. Chaotische Verkehrsverhältnisse wurden während der Nacht zum Freitag aus der Rhön gemeldet. »Für Lastwagen ging nichts mehr«, sagte ein Polizeisprecher. Mittlerweile habe sich die Situation aber wieder beruhigt. In Tschechien und Österreich hat anhaltender Schneefall dagegen ebenfalls schon Todesopfer gefordert.© Foto: dpa