In Baden-Württemberg wäre das nicht passiert. Im südlichen Bundesland, das sich die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di zum Schwerpunkt ihrer Streiks erkoren hat, schicken Städte und Gemeinden Leiharbeiter durch die Straßen, die den Müll entsorgen. Anders in Hamburg. Hier sind die Müllwerker seit zwei Wochen im Ausstand , und immer mehr prägen blaue, violette und gelbe Müllsäcke das Straßenbild. Sie sollen entsorgt werden, hat die Stadt versprochen. Irgendwann.

Das Hamburger Karolinenviertel ist noch eher bunt als verdreckt. Zusammen mit unzähligen Fahrrädern blockiert der Müll die schmalen Gassen.

Die Stadtreinigung empfiehlt, den Müll einstweilen in Garagen, auf Balkons oder im Gartenschuppen zu lagern. Einigen fehlt der Platz, wie an der Reeperbahn in St. Pauli.

Einen Notdienst gibt es nur für besondere Einrichtungen: Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime. Privatleute können auch Problemstoffe nicht mehr entsorgen, alle Recyclinghöfe bleiben geschlossen.

Berge von Abfall belasten vor allem die Gastronomie. Und schön anzusehen ist es auch nicht gerade.

Die Stadtreinigung weist auf ihrer Homepage hin, dass die weitere Dauer des Streiks allein von den Tarifverhandlungen abhängt. Derweil treffen sich Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter am Montag zu weiteren Gesprächen - ohne viel Hoffnung auf Einigung.