Das spanische Startup Fon verspricht eine Revolution der Internet-Wirtschaft. Ankündigungen dieser Art sind nicht neu und hat es im Online-Business der vergangenen zehn Jahren reichlich gegeben. Fons ehrgeiziges Ziel ist es dabei, in vier Jahren eine Millionen öffentlicher drahtloser Internet-Zugänge zu betreiben. „Wir glauben, dass jeder überall Zugang zum Internet haben sollte“, so US-Geschäftsführer Ejovi Nuwere.

Die Idee: Fon will sein Netzwerk auf bereits existierender, privater Infrastruktur aufbauen. Immer mehr Menschen nutzen drahtlose Internet- Technik, um daheim oder im Büro zu surfen. Zahlreiche Notebooks, PDAs, Kameras und Spielkonsolen haben die dazu nötigen Funk-Adapter bereits von Haus aus eingebaut. DSL-Anbieter bieten ihren Kunden zudem vermehrt günstige Wifi-Router an, die als eine Art Basisstation des Heimnetzwerks den Kontakt zum Internet herstellen.

Fon-Nutzer können sich jetzt seit Ende Januar ein modifiziertes Betriebssystem für ihren Heim-Router aus dem Internet laden. Dieses verwandelt den heimischen Netzwerk-Knoten in einen öffentlichen Zugangspunkt. Die Software garantiert zudem, dass fremde Nutzer keinen Zugriff auf den eigenen Computer haben. Wer seinen Netzzugang mit anderen Fon-Nutzern teilt, kann dafür im Austausch kostenlos auf jeden anderen Fon-Hotspot zugreifen. Gelegenheitsnutzer ohne Fon- Router im eigenen Heim sollen dagegen stunden- oder tageweise zur Kasse gebeten werden.

Fon will in den nächsten Monaten zudem eine Weiterverkäufer-Option anbieten. Cafébesitzer und geschäftstüchtige Nachbarn sollen damit 50 Prozent der mit ihrem Zugangsknoten erwirtschafteten Einnahmen verdienen. Wer mit Fon zum Kleinunternehmer wird, soll jedoch keinen kostenlosen Zugriff auf andere Zugangspunkte der Firma haben.

Zum Vergleich: Die Telekom-Tochter T-Mobile, in den USA einer der größten Betreiber derartiger Hotspots, unterhält weltweit weniger als 27.000 drahtloser Zugangsknoten. Die Nutzung des Internets kostet dort bis zu acht Euro pro Stunde. Zu viel, findet Nuwere. „Wenn sie 30 Dollar für ihren heimischen Internetzugang bezahlen, dann sollten sie dafür das Netz nutzen können, wo immer sie sind“, meint Ejovi Nuwere.

Google, Skype und zwei bekannte kalifornische Investmentfirmen fanden Fons Konzept so überzeugend, dass sie Anfang Februar 18 Millionen Euro in die Firma steckten. Fon hat zudem ein ansehnliches Team um sich versammelt. So gehören unter anderem die Netzveteranin Esther Dyson, der Journalist Dan Gillmor und der Japanische Venture-Kapitalist Joi Ito zum Fon- Beraterstab, in Deutschland wird die Firma von der Medienmanagerin Christiane zu Salm vertreten.