Mehr als hunderttausend Spanier haben am Wochenende gegen die ETA-Politik der Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero protestiert. Die Teilnehmer einer Kundgebung in Madrid riefen die Regierung auf, mit der baskischen Untergrundorganisation ETA keine Verhandlungen zu führen und Terroristen keine Zugeständnisse zu machen. Zu der Demonstration am Samstag unter dem Motto "Nicht in meinem Namen" hatten Verbände von Terroropfern, die konservative Volkspartei (PP) und die katholische Bischofskonferenz aufgerufen. Unter den Demonstranten waren der PP-Chef Mariano Rajoy und der frühere Ministerpräsident José María Aznar. Dies war bereits die dritte Großdemonstration gegen Zapateros Antiterror-Politik in einem Jahr. Die Regierung erklärte, die Kundgebung gehe an der Sache vorbei. "Wir verhandeln nicht mit der ETA und werden dies auch nicht tun", sagte Verwaltungsminister Jordi Sevilla. Die Regierung warf der PP vor, die Terroropfer für ihre politischen Ziele zu missbrauchen.Zahlreiche Demonstranten forderten den Rücktritt Zapateros. Einige wünschten dem Regierungschef sogar den Tod. Sie riefen in Sprechchören, Zapatero solle das gleiche Schicksal erleiden wie sein Großvater, der im Bürgerkrieg (1936-1939) von den Truppen des späteren Diktators Francisco Franco exekutiert worden war.Zapatero hatte sich bereit erklärt, mit der ETA zu verhandeln, falls diese der Gewalt abschwört. Schon seit Monaten wird in Spanien über eine baldige "Waffenruhe" der Organisation spekuliert. Vor einer Woche wies die ETA dies in einer Erklärung jedoch zurück. Am Sonntag wurden bei der Explosion einer Brandbombe in der baskischen Regionalhauptstadt Vitoria zwei Menschen leicht verletzt.