Schiiten in Bagdad protestieren gegen Anschlag auf Heiligtum
Nach dem Anschlag auf eines der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten im Irak hat eine Welle der Gewalt das Land erfasst. Bis zum Donnerstagnachmittag wurden landesweit mehr als 100 erschossene Zivilisten gefunden, die vermutlich Opfer von Vergeltungsaktionen waren. In der Nacht gingen zahlreiche sunnitische Moscheen in Flammen auf. Angesichts der eskalierenden Gewalt zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und den Sunniten warnte Übergangspräsident Dschalal Talabani, ein Kurde, vor dem Ausbruch eines Bürgerkriegs. »Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, um einen Bürgerkrieg abzuwenden«, mahnte er. BILD

Iraqi security forces stand guard next to the holy shrine Imam Ali Al-Hadi, which was destroyed by gunmen in Sammara, north of Baghdad Wednesday 22 Februray 2006. Unknown gunmen placed explosive materials inside the holy shrine and blew it up. BILD

Iraqis pass by the holy shrine Imam Ali Al-Hadi, which was destroyed by gunmen in Samarra, north of Baghdad Wednesday 22 Februray 2006. Unknown gunmen placed explosive materials inside the holy shrine and blew it up. BILD

Die Gewalt eskalierte, nachdem Extremisten am Vortag in Samarra die Kuppel der Goldenen Moschee in Samarra in die Luft gesprengt hatten. Im ganzen Irak löste dies wütende Schiiten-Proteste aus, bei denen Rufe nach Rache laut wurden. Die Demonstrationen schlugen zunehmend in Gewalt gegen Sunniten und möglicherweise auch wiederum in Gegengewalt gegen Schiiten um. Bereits vor dem Fund in Nahrwan waren landesweit mehr als 50 erschossene Zivilisten gefunden worden. BILD

Iraqis cheer inside the holy shrine Imam Ali Al-Hadi, which was attacked by gunmen in Sammara, north of Baghdad on Wednesday 22 Februray 2006. Unknown gunmen placed explosive materials inside the holy shrine to blow it up. BILD