Am Donnerstagmorgen hatte es so ausgesehen, als ob das Vogelgrippevirus möglicherweise einen kleinen Geflügelbestand erreicht hätte. Das verdächtige Tier war eine Hausente, der Bauer hatte den kranken Vogel pflichtbewusst den Behörden gemeldet. Sämtliches Geflügel auf dem Hof - rund 50 Hühner - wurde wegen des Verdachts bereits getötet. Ein endgültiges Testergebnis durch das Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit stand zu diesem Zeitpunkt aber noch aus - wäre das Ergebnis positiv gewesen, hätte es sich um den ersten Fall einer H5N1-Infektion von Nutzgeflügel in Deutschland gehandelt.

Doch nun ist das Ergebnis da, und es ist negativ: Wie das Bundministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Vebraucherschutz am Nachmittag mitteilte, war die Ente nicht vogelgrippekrank. Deutschlands Nutztierbestände seien weiterhin frei von der Seuche.

Vor Bekanntwerden des Testergebnisses hatte sich Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus für Notimpfungen der Geflügelbestände innerhalb der Drei-Kilometer-Schutzzonen um die Fundorte infizierter Wildvögel ausgesprochen. "Wir brauchen eine klare, nach vorn gerichtete Strategie, um vor allem auch Bestände besonders wertvoller Rassen schützen zu können", erklärte Backhaus.

In Berlin wollen heute auch die Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf einer Sondersitzung am Nachmittag über Maßnahmen gegen eine mögliche Pandemie unter Menschen beraten. Diese Planung ist in der Sache aber unabhängig von der derzeit unter Wildschwänen grassierenden Infektionswelle. Das Virus H5N1 ist nach wie vor nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Eine Pandemie könnte nur entstehen, wenn sich das Virus entsprechend verändert oder sich mit einem anderen Grippeerreger vermischt.