Zum Auftakt des Terrorprozesses gegen den französischen Staatsbürger Zacarias Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe gefordert. Moussaoui habe als ein loyaler Soldat des Terrornetzwerkes al-Qaida von den Planungen der Terroranschläge vom 11. September gewusst und trage damit eine Mitschuld am Tod von rund 3.000 Menschen, sagte Staatsanwalt Rob Spencer am Montag vor dem Bezirksgericht in Alexandria im Bundesstaat Virginia.

Nach Aussage der Verteidigung hatte der 37-Jährige keinerlei Anteil an den Anschlägen. Moussaoui wird von einem Pflichtverteidiger vertreten, nachdem Bezirksrichterin Leonie Brinkema den Antrag auf eigene Verteidigung abgewiesen hatte.

Der auf mindestens zwei Monate angesetzte Prozess findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Namen der zwölf Jury-Mitglieder und der sechs Ersatzleute werden vom Gericht geheim gehalten.

Weil sich Moussaoui in sechs Anklagepunkten schuldig bekannt hat, muss die Jury nur noch über die Todesstrafe oder eine lebenslange Haft entscheiden. Moussaoui ist der einzige Terrorist, der wegen der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA angeklagt wurde.

Die Mutter des Angeklagten, die gebürtige Marokkanerin Aicha al-Wafi, drückte im amerikanischen Nachrichtensender CNN die Hoffnung aus, dass ihr Sohn nicht zum Sündenbock gemacht werde. Sie hoffe auf ein faires und kein politisches Verfahren.

Moussaoui wurde im August 2001 und damit wenige Wochen vor den Terroranschlägen vom 11. September festgenommen. Er gab an, dass er von al-Qaida-Chef Osama bin Laden beauftragt worden sei, in einer zeitlich von den Anschlägen vom 11. September getrennten Operation ein Flugzeug in das Weiße Haus zu steuern. Eine Verwicklung in die Anschläge selbst bestreitet Moussaoui entschieden.