Frank Bsirske will die öffentlichen Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zwingen. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di will die 38,5-Stunden-Woche erhalten. Das hat er seinen Mitgliedern versprochen. Und tut es immer wieder, beispielsweise hier in Mainz. Gleichzeitig forderte Bsirske am Freitag von den Vertretern der Tarifgemeinschaft der Länder, sie sollten sich ernsthaft um einen für beide Seiten tragfähigen Kompromiss bemühen: »Ich setze darauf, dass am Ende die Vernunft siegt«. © Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Nun ist in Baden-Württemberg Schnee gefallen. Viel Schnee. Im hohen Bogen muss deshalb bei St. Peter im Schwarzwald ein Traktor die weiße Pracht von der Straße fräsen. Doch wie lange er das noch tun wird, ist ungewiss. Denn Ver.di hat den Streik verschärft und die Notdienstvereinbarungen der Müllabfuhr und des Winterdienstes im Südweststaat gekündigt. © Foto: Patrick Seeger/dpa

Auf diese Weise will die Gewerkschaft mit dem Streik, der nun schon in die vierte Woche geht, durchsetzen, dass die Arbeitszeit nicht verlängert wird. In Hannover, wo die Mitarbeiter der Technik und Gepäckabfertigung am Flughafen ihre Arbeit niederlegten, treffen die Gewerkschaftler auf ihren hartnäckigsten Widersacher: Finanzminister Hartmut Möllring (CDU). Er ist der Verhandlungsführer der Länder. Und er gilt als Hardliner: Niedersachsen hat den tariflosen Zustand der vergangenen 22 Monate schon genutzt, um einem Drittel der Landesbediensteten durch einzelvertragliche Regelungen die 40-Stunden-Woche zu verpassen. Von ihm stammt auch das populäre 18-Minuten-Argument. © Foto: Holger Hollemann/dpa

Im Süden fürchtet unterdessen manche Gemeinde, sie könnte im großen Streit untergehen. Denn Ver.di hat sich als neuen Schwerpunkt des Streiks gerade die kleineren Städte und Landkreise im Südwesten erwählt. Dort sollen nun ebenfalls Müllabfuhr, Bauhöfe und städtische Dienststellen einbezogen werden. In Bayern beteiligten sich Mitarbeiter von sechs Autobahnmeistereien sowie einer Straßenmeisterei an dem Arbeitskampf. Schon fordert FDP-Generalsekretär Dirk Niebel von Bsirske eine Garantieerklärung dafür, dass Straßen und Gehwegen trotz Ausstand geräumt werden. »Niemand stellt das Streikrecht in Frage, aber die bewusste Inkaufnahme von Winter-Unfällen durch Ver.di ist nicht hinnehmbar«, sagte Niebel in Berlin. Eine komplette Einstellung des Winterdienstes sei »gefährlich und verantwortungslos«.© Foto: Patrick Seeger/dpa

In Hamburg wird der Streik dagegen unsichtbarer. Nachdem sich die Tarifpartner auf einen Kompromiss für die städtischen Betriebe geeinigt haben, räumen Müllwerker den liegengebliebenen Unrat weg. Der Streik der Landesbeschäftigten geht dagegen weiter. Am Freitagmorgen versammelten sich 300 von ihnen zu einer Kundgebung. © Foto: Maurizio Gambarini/dpa