Die radikal-islamischen Taliban haben am Montag nach eigenen Angaben vier am Wochenende entführte Ausländer getötet. Die Männer seien erschossen und ihre Leichen an die Straße zwischen Kandahar und der Provinz Helmand gelegt worden, teilte ein Sprecher mit. Zuvor hatte Talibansprecher Kari Jussuf Ahmadi erklärt, unter den Entführten sei auch ein Deutscher. Von offizieller afghanischer Seite hieß es dagegen am Sonntag, es handle sich um vier Albaner. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat zudem die Entführung eines Deutschen in Afghanistan nicht bestätigt. Es sei bisher nur bekannt, dass es sich um "Geiseln unterschiedlicher Staatsangehörigkeit" handle, sagte Steinmeier am Montag vor Beginn einer Sitzung des SPD-Präsidiums in Stuttgart. 

Zuvor bereits hatte der Sprecher der radikal-islamischen Taliban, Kari Jussuf Ahmadi, erklärt, der Deutsche gehöre zu einer Gruppe von vier entführten Ausländern, die für die US-Regierung gearbeitet hätten, "und sie werden deshalb zum Tode verurteilt".

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin, Martin Jäger, sagte, das Auswärtige Amt bemühe sich in Zusammenarbeit mit allen relevanten Stellen und in engem Kontakt mit afghanischen Behörden, den Sachverhalt aufzuklären, um möglichst schnell Gewissheit zu bekommen. Mit Blick auf die beiden seit Wochen im Irak verschleppten Leipziger konnte der Sprecher keine neue Entwicklung mitteilen. Der Krisenstab setze aber seinen Bemühungen intensiv fort. Insgesamt waren am Wochenende in der Stadt Kandahar acht Menschen entführt worden, darunter vier afghanische Mitarbeiter einer deutschen Firma. Zunächst war jedoch nicht bekannt, dass unter den Entführten auch ein Deutscher sein soll. In ersten Berichten war von vier entführten Albanern die Rede gewesen. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul erklärte am Montag, die vier Afghanen seien mittlerweile frei gelassen worden.