Etwas über die Cebit schreiben, so lautete die Aufgabe, die mir ZEIT online für die Computer-Messe mitgab. Vor 15 Jahren war das noch einfach. Für Chalisti - das elektronische Magazin des Chaos Computer Clubs - kam man von der Cebit mit vielen tollen Geschichten zurück. Diskussionen mit der Post über ihr BTX oder über die Sicherheit von eigenartigen Chipkarten, mit denen man an öffentlichen Telefonzellen zahlen können sollte. Aber auch neue und vor allem schnelle Computer wie der Atari ST gaben stets aufregenden Gesprächsstoff. Und man konnte mit den Mitarbeitern der Firmen auch noch wirklich fachsimpeln.

Die heutige Cebit dagegen ist eine andere Welt. Ein Fallbeispiel für den Satz "Früher war alles besser", und nichts macht deutlicher, dass man älter wird.

Festnetzanschluss abschaffen

Das erste Ziel auf der Cebit war für mich diesmal, herauszufinden, wie ich meinen Festnetzanschluss zu Hause dauerhaft abschalten kann. Die Lösung sollte sein: Voice-over-IP (VoIP). Allerdings ohne DSL-Router und DSL-Vertrag. Internet und WLAN ist schließlich schon vorhanden. Und es sollte auch nicht eine eierlegenden Wollmilchsau sein wie zum Beispiel Smartphone mit UMTS, WLAN, GPS-Navigator, Touchscreen, PDA, Linux und anderen Funktionen wie das von ImCosys.

Die gesuchte Lösung soll also nichts weiter können als telefonieren über Voice-over-IP. Da bis jetzt nur Skype in Deutschland dafür auch eine Festnetznummer anbietet, musste es eben Skype sein.

Der Versuch, am Stand der Telekom herauszufinden, ob diese VoIP-Lösung auch über einen vorhandenen Internetzugang genutzt werden kann, der nicht auf T-DSL basiert, führte dort prompt zur Verwirrung. Die Mitarbeiter konnten nur das wiedergeben, was in den Prospekten oder auf den Webseiten steht. Voice-over-IP-Lösungen von anderen Firmen wie Cisco ermöglichen das, sind aber zu kompliziert für den privaten Hausgebrauch.

Viele Kommunikations- und Technikunternehmen basteln heute an ihren eigenen VoIP-Systemen. War es zu Beginn des Telefonzeitalters in den USA nicht so, dass auf dem Schreibtisch immer mehrere Telefone standen, für jeden Anbieter eins? Alles kommt wieder, vielleicht auch ein Schreibtisch voller Telefone.

Am Ende bin ich dann doch noch über eine Lösung gestolpert: Netgear hat sie. Ein nettes, kleines, weißes Telefon. Man kann damit - wie erstaunlich - tatsächlich über WLAN und Skype telefonieren. Die Kündigung des Festnetzanschlusses nähert sich also, angeblich ist das Telefon im Juni zu haben. Viel mehr konnte man allerdings nicht erfahren.