In der HauptstadtVierspurig zieht sich die Ring Road durch Accra. Nirgendwo sonst ist das westafrikanische Ghana so gut an die Welt angeschlossen wie entlang dieser Straße. Antennen strahlen in den Himmel, Glasfaserleitungen laufen durch den Boden. Wer den schnellen Informationsfluss will, hat sein Office hier: Fluggesellschaften, Mobilfunkanbieter, Internet-Cafés.

VerbindungsdschungelDas Busy Internet an der Ring Road in Accra ist das größte Internet-Café Afrikas. Im Erdgeschoss kommen E-Mails aus hundert Computern, im Serverraum im ersten Stock rasen sie durch wirre Drähte hinaus auf die Straße, dem Unterseekabel zu, nach Portugal und London hin.

AufstrebendAlexander Sulzberger ist der Chef von Ecoband Networks, einem kleinen deutsch-ghanaischen Unternehmen, das sich auf Kommunikation unter schwierigen Bedingungen versteht. Sulzberger verkauft Breitbandkapazität aus dem Seekabel und aus dem Orbit für den schnellen Internetzugang. Er vernetzt Sägewerke und Mangangruben mit ihren Zentralen. Er beliefert die ghanaische Armee wie auch das hochmoderne Kofi Annan Peacekeeping Training Center, in dem internationale Friedenstruppen auf ihre Einsätze vorbereitet werden. Hier steht Sulzberger auf dem Dach von Busy Internet an der Ring Road in Accra vor einer Schüssel, durch die seine Daten strömen.

Es ist deine WeltBusy Internet an der Ring Road in Accra: 24 Stunden geöffnet an 365 Tagen im Jahr, 100 Bildschirmarbeitsplätze, Druck- und Bilderservice, Bar mit Hotspot, Brutkasten neuer Geschäftsideen. Das größte Internet-Café Afrikas will nicht nur Gewinne erwirtschaften, sondern jungen, aufgeweckten Ghanaern helfen, am globalen Aufschwung teilzuhaben – ohne dass sie das Land verlassen müssen.

Unterricht in UniformDrittklässler der St. Thomas School in Accra zu Besuch im Busy Internet: Computer kennen sie schon aus der Schule. Was das Internet ist und welche Möglichkeiten es bietet, erfahren sie erst hier.

Auf dem LandeSchön gestaltet sind die hölzernen Boxen des Internet-Cafés von Prampram, einem Fischerort westlich von Accra. Holz ist in Ghana ein beliebtes Material, man kann es bezahlen. Nicht viele Bewohner Pramprams haben 80 Cent für eine Stunde Weltsicht. Selten sind alle zehn Computer besetzt. Das Mädchen hat sich nur für den Fotografen vor den Schirm gesetzt. Aber wie hübsch angezogen ist es, Anmut in Armut.