Der gemeinsame Beschluss von Lehrern, Schülern und Eltern, an der Herbert-Hoover-Realschule in Berlin auch auf dem Pausenhof nur noch Deutsch zu sprechen, hatte im Januar für Schlagzeilen im In- und Ausland gesorgt. Die zentrale Frage: Ist es legitim, auf dem Schulhof den Gebrauch der deutschen Sprache vorzuschreiben?

Asad Suleman, der 16-jährigen Schülersprecher der Realschule in Berlin-Wedding, musste sein Bekenntnis zur deutschen Sprache damals gegen eine geschlossene Front der Ablehnung verteidigen. Der Schüler betonte stets, dass er und seine Mitschüler von sich aus Deutsch sprechen wollten. Sie würden nicht gezwungen, es gebe auch keine Strafen.

Der Schulgemeinde erschien die Selbstverpflichtung zweckmäßig, weil 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine andere Muttersprache als Deutsch haben. Deshalb wird sie mit dem Jahrespreis 2006 der Helga und Edzard Reuter-Stiftung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Reuter-Stiftung fördert nach ihrem Selbstverständnis Projekte, die der Völkerverständigung und dem friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft dienen. (cj)