In Israel hat am Dienstag die vorgezogene Parlamentswahl begonnen. Landesweit öffneten am Morgen mehr als 8.200 Wahllokale. Als Favoritin tritt die von Ariel Scharon gegründete Kadima-Partei an, deren Spitzenkandidat der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert ist. Die sozialdemokratische Arbeitspartei lag in letzten Umfragen an der zweiten Stelle, gefolgt von der konservativen Likud-Partei Benjamin Netanjahus. Die Wahllokale schließen um 22 Uhr. Dann werden erste Prognosen veröffentlicht.

Der ursprünglich sehr deutliche Vorsprung von Kadima ist in den vergangenen Wochen geschrumpft. Im Januar war die Partei nach dem Schlaganfall des Ministerpräsidenten Ariel Scharon in den Umfragen auf 44 Mandate gekommen. Den jüngsten Umfragen zufolge ist der Block rechtsorientierter und religiöser Parteien stärker geworden und kann laut der Zeitung Maariv mit bis zu 59 Sitzen rechnen.

Der Sohn des 1995 von einem jüdischen Fanatiker ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin stellte sich hinter die Kadima-Partei. Juval Rabin, ehemaliges Mitglied der Arbeitspartei, sagte der Zeitung Jediot Achronot vom Montag, Olmert sei "der richtige Mann für das Amt". Perez würde er gerne in der Regierung sehen, sagte Rabin, aber nicht als Ministerpräsidenten.

Zu der Wahl sind mehr als fünf Millionen Stimmberechtigte aufgerufen. Bei den letzten Wahlen im Jahr 2003 lag die Wahlbeteiligung bei fast 70 Prozent. In diesem Jahr wird mit weniger Wählern gerechnet. Die Abstimmung erfolgt nach dem Verhältniswahlrecht. Die Sperrklausel für einen Einzug ins Parlament beträgt zwei Prozent.

Angesichts zahlreicher Warnungen vor Anschlägen hat Israel seine Sicherheitskräfte am Wahltag in höchste Alarmbereitschaft versetzt und die Palästinensergebiete abgeriegelt. Etwa 22.000 Polizisten sind in den Stadtzentren im Einsatz, um gewaltsame Vorfälle zu verhindern.