In den siebziger Jahren nagte Vivienne Westwood in ihrem Laden in der Londoner Kings Road noch Hühnerknochen ab, um damit ihre T-Shirts zu schmücken.© Vivienne Westwood London, 1974

Die Punk-Prinzessin in ihrem Laden "Let-it-Rock" 1971. Damals schmückte sie ein Porträt der Queen mit Sicherheitsnadeln. Rund 30 Jahre später ernannte die sie zur Dame . © Vivienne Westwood London

Zuerst kam der Punk. Vivienne Westwood erfand den Bondage-Anzug mit Schnallen und Gurten um den Körper. Sie bedruckte T-Shirts mit Anti-Phrasen (»Only Anarchists are Pretty«) , mit nackten Brüsten, mit kombinierten Haken- und Christuskreuzen. Sie schnitt Minikrawatten aus Leder, die mit Reißverschluss zu öffnen waren, so dass ein Pin-up-Girl herauslugt. Sie freute sich täglich an ihren Geschmacklosigkeiten und ließ sich von Bikerleder so anregen wie vom sadomasochistischen Striemengewerbe. © Vivienne Westwood London

Langeweile war nie Vivienne Westwoods Programm: Miniröcke, Bustiers, Korsagen brachen die Tradition auf unerhörte, manchmal auch hässliche Weise. Und hin und wieder mussten Models leiden - wie Naomi Campbell, die die blauen Westwood-Plateau-Schuhe 1993 auf dem Laufsteg zu Fall brachten.© Vivienne Westwood London

Dann wurde ihr der Punk zu langweilig. Sie stieg in die Archive ein und dachte das Alte neu. Sie orientierte sich am französischen Rokoko und ahmte die Zeichnungen des François Boucher von Madame Pompadour nach. Abendroben der Frühjahr- und Sommer-Kollektion 1994

© Vivienne Westwood London

Sie nahm sich den traditionellen Harris-Tweed vor und wickelte sich ihn so lange zurecht, bis der Männerwerkstoff weiblich aussah, blickte dann wieder auf Christian Dior zurück und schuf geradezu klassische Tailleurs mit dem gewissen Twist. Abendrobe der Frühjahr- und Sommer-Kollektion 1994

© Vivienne Westwood London