Schwer verstümmelte Leichenteile an den Anschlagsorten legten die Annahme nahe, das es Selbstmordattentate von al-Qaida waren, verlautete aus Sicherheitskreisen. Die Überreste sollten DNA-Tests unterzogen werden.

Zur Zahl der Festgenommenen gibt es widersprüchliche Angaben. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete, zehn Ägypter seien festgenommen worden. Darunter sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Computerspezialisten aus Kairo, die einen Tag vor den Anschlägen nach Dahab gekommen waren und den Ort kurz nach den Explosionen wieder verlassen wollten. Die restlichen sieben Festgenommenen hätten in Dahab gearbeitet, hieß es. Augenzeugen sagten, die Bomben seien wahrscheinlich in Säcken versteckt und per Zeitzünder vor einem Souvenirgeschäft und auf der Uferpromenade von Dahab kurz hintereinander zur Explosion gebracht worden.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Anschläge und forderte alle Länder zur Zusammenarbeit auf, um die Täter, ihre Hintermänner und die Geldgeber zur Rechenschaft zu ziehen. Generalbundesanwalt Nehm leitete ein Ermittlungsverfahren gegen eine unbekannte terroristische Vereinigung ein. Bei den Anschlägen war auch ein zehnjähriger deutscher Junge getötet worden. Deshalb darf der Generalbundesanwalt in diesem Fall auch außerhalb Europas ermitteln. Das deutsche Außenministerium rät bei Reisen nach Ägypten zu besonderer Vorsicht.

Für die Tourismusbranche des Landes ist das Attentat ein weiterer Tiefschlag. Der Fremdenverkehr bringt dem Land mehr als sieben Milliarden Dollar pro Jahr. Der Reiseveranstalter TUI stoppte nach den Anschlägen vorerst alle Ausflüge auf die Sinai-Halbinsel. Dies sei aus Sicherheitsgründen entschieden worden, teilten das Unternehmen mit. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes halten sich derzeit rund 300 Urlauber aus Deutschland in der Region um Dahab auf.