Studieren ist teuer. Mindestens 700 Euro pro Monat braucht der normale Student Erhebungen des Deutschen Studentenwerks zufolge, um die nötigsten Ausgaben für Miete, Ernährung, Kleidung und Bücher zu bestreiten. Über die Jahre kommen so schnell mehrere 10.000 Euro zusammen. Banken schätzen die Kosten für ein komplettes Studium auf 39.000 bis 64.000 Euro. Durch die vielerorts schon erhobenen oder bevorstehenden Semester- und Studiengebühren verteuert sich die Ausbildung weiter – in der Regel ab dem Wintersemester 2006/07 um 500 Euro.

Das Dilemma der Studis: Wer sich seinem Studium angemessen widmen will, hat weniger Energie zum Geldverdienen. Die  meisten Studenten zapfen deshalb mehrere Geldquellen an: Rund 90 Prozent werden von ihren Eltern unterstützt, so das Studentenwerk, zwölf Prozent leben ausschließlich vom Unterhalt des Elternhauses. Nahezu zwei Drittel arbeiten nebenher, für vier Prozent ist der Nebenjob sogar die einzige Finanzierungsquelle. Bafög erhalten 27 Prozent, nur ein Prozent lebt aber ausschließlich von der staatlichen Förderung. Daneben spielen Sparverträge, Stipendien und Darlehen eine Rolle.

Mit der Einführung der Studiengebühren dürfte die Bedeutung von Krediten wachsen. Viele Banken wollen sich das Geschäft mit den angehenden Akademikern nicht entgehen lassen und bieten schon jetzt spezielle Darlehen an. Deutschlandweit vertreiben beispielsweise die bundeseigene KfW-Förderbank, die Deutsche Bank und die Dresdner Bank spezielle Studierendendarlehen.

Wie viel ein zukünftiger Akademiker investieren muss, hängt stark vom Studienfach und dem Universitäts-Standort ab. Faustformel: Ein Studium in Ostdeutschland ist im Schnitt um 10.000 Euro billiger als in Westdeutschland. Durchschnittlich muss ein Student an einer Ost-Uni 43.600 Euro für Lebenshaltung, Bücher und Auto aufwenden; sein Kommilitone im Westen braucht durchschnittlich 54.100 Euro, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes und des Deutschen Studentenwerkes zeigen. Langzeitstudienfächer kosten besonders viel Geld. Spitzenreiter ist die Philosophie mit 64.300 Euro im Westen und 51.300 Euro im Osten.

Auch die Wahl der Universität entscheidet über die finanziellen Belastungen. Die teuerste Uni-Stadt ist Frankfurt am Main, wo das Studentenleben monatlich im Schnitt 814 Euro kostet, davon allein 300 Euro für Miete. Dicht dahinter kommen München, Hamburg, Düsseldorf und Köln.

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