Für Air-Berlin-Chef Joachim Hunold (56) ist der geplante Börsengang die bisher größte Herausforderung. Dabei muss sich der eher hemdsärmlige Managertyp mit Hang zu deutlichen Worten künftig ungewohnten Zwängen des Kapitalmarkts unterwerfen. Dass er immer wieder sagte, er wolle nicht fremdbestimmt sein, sei aber "nur ein Ablenkungsmanöver" gewesen, räumte der gebürtige Düsseldorfer jetzt ein. Treu bleibt Hunold derweil seinem Ruf als rotes Tuch für Gewerkschafter. Damit es weiter keinen Betriebsrat und keine Vorgaben zur Mitbestimmung gibt, wandelte sich Air Berlin in eine britische Kapitalgesellschaft mit Sitz in London um. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold BILD

Bei der ursprünglich amerikanischen Gesellschaft Air Berlin stieg der frühere LTU-Manager 1991 ein und steht seitdem an der Spitze des Unternehmens. Seine Handschrift zeigt sich nicht nur geschäftlich: Im Bordmagazin kommentiert der bekennende Fan der Rolling Stones bissig politische Themen wie zum Beispiel Schwächen des Föderalismus. Selbst besitzt Hunold fünf Prozent der Firmenanteile und will diese nach dem Börsengang mindestens 18 Monate halten.

An Selbstbewusstsein mangelt es "Mister Air Berlin" nicht. "Ich habe noch nie etwas gemacht, von dem ich nicht überzeugt war, dass es Hand und Fuß hat." Davon, dass auch seine Börsenpläne vernünftig sind, muss er die Anleger nach der Verschiebung des Börsengangs um so mehr überzeugen.

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