Der Labour-Regierungschef habe seinem wahrscheinlichen Nachfolger, Finanzminister Gordon Brown, mehrfach ein entsprechendes Angebot gemacht, berichtete die Sunday Times . Sie berief sich auf Blairs Umgebung. Brown habe die Offerte jedoch abgelehnt, weil er darauf bestehe, einen genauen Termin für den Wechsel an der Regierungsspitze festzulegen.

Nach Informationen der Sunday Times und des Independent on Sunday soll Blair im privaten Gespräch mit Brown wiederholt erklärt haben, dass er zu einem Rücktritt in der zweiten Jahreshälfte 2007 bereit sei. Als Zeitspanne habe er die Monate zwischen Ende des Sommers und dem Labour-Parteitag im Herbst genannt. Der Finanzminister fürchte jedoch, dass dies eine Falle sein könne.

Seit der Labour-Niederlage bei den Kommunalwahlen in England steht Blair stark unter Druck. Im kommenden Jahr wäre der Premierminister bereits seit einem Jahrzehnt im Amt - solange wie kein Labour-Premier seit Menschengedenken.

Der Labour-Chef hat bereits vor längerer Zeit angekündigt, dass er auf eine weitere Amtszeit verzichten will und den Schatzkanzler als Nachfolger empfohlen. In jüngster Zeit mehren sich aber die Berichte über Spannungen zwischen den beiden Labour-Politikern. Auch durch seine jüngste Kabinettsumbildung hat Blair deutlich gemacht, dass er offenbar so schnell noch nicht aufgeben will.