Wem trauen wir mehr, was den pfleglichen Umgang mit unserem geliebten Fussball betrifft - einem wie Karl Heinz Rummenigge, der uns einst mit vielen Toren für Deutschlands Nationalelf beglückte? Oder den Typen mit Schlips bei Uefa und Fifa, den Funktionären also, die sich als Herren des runden Leders aufspielen? Klare Sache, sollte man meinen.

Wer mag schon ein gutes Wort einlegen für einen wichtigtuerischen Funktionär wie Sepp Blatter, den Boss des Weltfussballverbandes. Doch in Wahrheit ist es genau anders herum. Unser Rummenigge, Boss von Bayern München, gehört zu den Bösewichten. Er ficht einzig für die Interessen der 18 Elite Clubs Europas, die sich obskurerweise immer noch G14 nennen.

Alles, was diese Gruppe tut, zielt darauf, die Vormachtstellung ihrer Mitglieder, also Bayern, Manchester United, Real Madrid, Barcelona, Mailand und Juventus Turin zu zementieren. In Nationalmannschaften sieht diese Elite nur ein lästiges Übel. Am liebsten würden sie ihre Stars gar nicht abstellen. Wenn doch, muss möglichst viel Geld herausspringen. Erst recht im Falle von Verletzungen. Deshalb stützte G14 den belgischen Club Charleroi, der die Fifa auf Entschädigung verklagte, weil ein afrikanischer Spieler in einem Länderspiel verletzt worden war und sich der Club angeblich deshalb nicht für die lukrative europäische Meisterliga qualifizieren konnte. Die Klage galt, wohlgemerkt, nicht dem afrikanischen Landesverband des Spielers - der hat kein Geld. Nein, die reiche Fifa soll zahlen. Man kann nur hoffen, dass der Verein am Ende diesen Prozess, der mit Sicherheit in Berufung gehen wird, nicht verliert.

Alles was G14 durchzupauken versucht, sollte jeden Fussballfan auf die Barrikaden treiben. Die Elite drängt darauf, die europäische Meisterliga wieder aufzublähen, nachdem die Funktionäre der Uefa uns gerade erst weitere Verdauungsstörungen angesichts zu vieler mittelmässiger Spiele erspart und eine zweite Gruppenrunde abgeschafft hatte. Mit Händen und Füssen wehren sich die großen Clubs gegen die vernünftige Idee, dass künftig in allen Clubteams zu Beginn eines Spiels zumindest vier Spieler des Landes stehen sollten, in dem der Verein beheimatet ist.

Die G14 Clubs mögen das nicht. Sie wollen freie Hand haben für den Einsatz reiner Söldnerteams. Umso schlimmer, dass die Clubs darin von der EU Kommission unterstützt werden, die jede Entscheidung begrüßen, solange sie nur der konsequenten Entnationalisierung dient. Man könnte das, was die Brüsseler Kommission auf dem Felde des Fussballs betreibt, als europäisches "social engineering" bezeichnen.

Den Clubs der G14 ist alles recht, solange der Profit stimmt. Sie haben schon Ende der 90er Jahre mit dem Gedanken gespielt, eine europäische Superliga zu gründen, eine hirnrissige Idee, selbst wenn man nur ihre Interessen im Auge hätte. Fussball lebt von de regionalen und lokalen Rivalität, Begegnungen mit den Starteams Europas nutzen sich ab, wenn sie die Norm und nicht die Sahne auf der Torte sind.