Kaum zu glauben, aber nachdem ich zwei Mal diese Kolumne geschrieben habe, gibt es doch tatsächlich so etwas wie ein erstes Feedback. Nun ja, genau genommen ist es eher eine sehr fein formulierte Kritik. Denn wenn mich der eine oder andere Kollege nach ein paar konkreten Ratschlägen und Tipps fragt, wie man denn am besten vorsorgen kann beziehungsweise sollte, dann sind an dieser Stelle offenbar mehr nutzbare und geldwerte Informationen gefragt. Ich werde mich bemühen, aber ich befürchte, gleich beim ersten Versuch für eine Enttäuschung zu sorgen. Denn die Antwort ist auf dem ersten Blick ebenso einfach wie banal: Indem man regelmäßig etwas Geld beiseite legt.

Ha, ha, sehr schlau, Herr Kolumnist, werden Sie vielleicht denken. Aber bevor Sie jetzt mit virtuellen Tomaten nach mir werfen, weil Sie sich nicht ernst genommen fühlen, geben Sie mir ein paar Sätze zur Erläuterung. Nehmen wir an, der Fragesteller bzw. die Fragestellerin ist zwischen 35 und 40 Jahre alt und seit fünf bis zehn Jahren berufstätig. Wenn er oder sie in dieser Zeit es nicht geschafft hat, ein paar Euro zusammenzusparen oder zum Beispiel durch den Kauf einer Immobilie Vermögen zu bilden, dann hapert es vielleicht an der notwendigen Spardisziplin.

Denn so trivial es klingt, aber das Geld, das ich heute für das Alter zurücklege, fehlt zwangsläufig in der Haushaltskasse. Umgekehrt muss es sich der Sparer aber auch leisten können, vom monatlich zur Verfügung stehende Budget sagen wir 50 oder 100 Euro abzuzweigen, ohne dass es am Monatsende zu einer finanziellen Hängepartie kommt. Bedauerlicherweise sind diejenigen, die es am ehesten nötig hätten, privat vorzusorgen – alleinerziehende Mütter, Bezieher niedriger Einkommen etc. – finanziell am wenigstens dazu in der Lage.

Ohne eigenen finanziellen Einsatz geht es aber nicht. Dann allerdings gibt es eine Reihe von Sparmöglichkeiten, die der Staat in irgendeiner Art und Weise fördert. Das sollten Vorsorgesparer auf jeden Fall ausnutzen. Ganz klassisch geht das mit einem Riester-Vertrag, bei dem der Sparer sowohl Zulagen als auch Steuervorteile beanspruchen kann . Zweite Anlaufstelle ist der eigene Betrieb. Denn was viele Arbeitnehmer nicht wissen: Sie haben einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge – die sie freilich selbst ansparen müssen.

Bis zu 2.520 Euro, die übrigens auch aus einer Einmalzahlung wie dem Urlaubs- oder Weihnachtsgeld stammen können, kann jeder Arbeitnehmer im laufenden Jahr beispielsweise in eine betriebliche Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung einzahlen – ohne dass er auf den Beitrag auch nur einen Cent Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. Beide werden dann erst bei der späteren Auszahlung der Betriebsrente fällig. Der Nettoaufwand für den Sparer ist somit zunächst viel geringer, als wenn er beispielsweise eine private Rentenversicherung abschließen würde, deren Beiträge er aus seinem versteuerten und sozialabgabepflichtigen Einkommen zahlt.

Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich das betriebliche Vorsorgesparen sogar mit einem Riester-Vertrag kombinieren. Nicht vergessen werden sollten auch die Vermögenswirksamen Leistungen, kurz VL genannt , die sich ebenfalls in ein betriebliches Vorsorgemodell einbauen lassen. So lässt sich auch hier zunächst die Besteuerung und der Abzug von Sozialabgaben vermeiden, die dann ebenfalls nachgelagert, wie der schöne Fachausdruck dafür heißt, also bei der Auszahlung erfolgt.