Niederlande

Wilhelm von Nassau
bin ich von deutschem Blut,
dem Vaterland getreu
bleib ich bis in den Tod.
Ein Prinz von Oranien
bin ich, frei und furchtlos,
den König von Spanien
hab ich allzeit geehrt.



Mein Schild und mein Vertrauen
seid Ihr, oh Gott, mein Herr,
auf Euch so will ich bauen,
verlasst mich nimmermehr.
Dass ich doch fromm mag bleiben,
Euer Diener zu jeder Stund,
die Tyrannei vertreiben,
die mir mein Herz verwundt.

Nur diese erste und sechste Strophe der Hymne werden gesungen. Bild: Königin Beatrix der Niederlande

Italien

Brüder Italiens,
Italien hat sich erhoben,
Und hat mit dem Helm des Scipio
Das Haupt sich geschmückt.
Wo ist die Siegesgöttin?
Sie möge vor ihm [Italien] sich neigen,
Denn zur Sklavin Roms
Hat Gott sie gemacht.

Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!
Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!

Wir wurden seit Jahrhunderten
Getreten und verlacht,
Weil wir kein Volk sind,
Weil wir geteilt sind.
Es sammle uns eine einzige
Flagge, eine Hoffnung:
Uns zusammenzuschweißen,
Hat die Stunde bereits geschlagen.

Lasst uns die Reihen schließen…

Einigen wir uns, lieben wir uns,
Denn Einigkeit und Liebe
Offenbaren den Völkern
Die Wege des Herrn.
Unser Schwur sei,
Den Heimatboden zu befreien:
Geeint durch Gott,
Wer kann uns besiegen?

Diese Fassung ist um die letzten beiden Strophen gekürzt. Bild: Italiens abgewählter Ministerpräsident Silvio Berlusconi

Türkei

Fürchte dich nicht, die in dieser
Morgendämmerung wehende rote Fahne kann nicht vergehen,
Solange das allerletzte Herdfeuer, das in meiner Heimat brennt, nicht erloschen ist.
Sie ist der Stern meines Volkes, sie wird leuchten;
Mein ist sie, allein meinem Volk gehört sie.

Verziehe, um Gottes Willen, nicht dein Antlitz, du, empfindsamer Halbmond!
Lächle meinem heldenhaften Volk zu! Warum diese Heftigkeit, warum dieser Zorn?
Unser vergossenes Blut wird dir sonst nicht zu Eigen werden
Unabhängigkeit, das ist das Anrecht meines zu Gott betenden Volkes!

Bild: Der türkische Präsident Ahmet Necdet Sezer

Spanien

Der Marcha Real hat keinen gesungenen Text

Bild: Der spanische König Juan Carlos I.

Frankreich

Wohlan, des Vaterlandes Sohn,
Der Tag des Ruhmes brach an.
Sein blutiges Banner hat schon
Uns zum Trotz gesetzt der Tyrann. (Wh)
Horch, hörst du wie über dein Land
Brüllt der Krieg wie ein wildes Tier?
Vor den Augen werden sie dir
Abschlachten so Kinder wie Land.

Jetzt kämpft, Bürger, kämpft!
Bataillone sprungauf!
Marschiert!
Verruchtes Blut
Der Acker sauf!

Was führt die Sklavenschar im Schild,
Was sinnt Verrat und Königsmacht,
Die Fessel, sagt an, wem sie gilt,
Wem sind die Ketten zugedacht? (Wh)
Franzosen, uns! Die Schande schreit
Zum Himmel,
Zorn flammt zum Himmel glühend rot.
Wir sind es, wir sind’s, denen droht
Die Knechtschaft der Vergangenheit

Jetzt kämpft, Bürger ...

Wie? Sollen über unsren Herd
Fremdheere sitzen zu Gericht?
Sagt an, ob ein erkauftes Schwert
Je unsrer Krieger Kraft zerbricht. (Wh)
Gott! Sollen wir in Ketten gehn,
Dem Joche beugen unser Haupt?
Ward jener, der die Freiheit raubt,
Zum Herrn des Schicksals ausersehn?

Jetzt kämpft, Bürger ...

Diese Fassung ist um die letzten vier Strophen gekürzt. Bild: Der französische Präsident Jacques Chirac

Brasilien

Schaut hin auf Ypirangas sanfte Ufer!
Ein Heldenvolk erzwingt sein höchstes Glück,
Die Freiheitssonne strahlt vom blauen Himmel
Im Flammenblitz aufs Vaterland zurück!
Alle Feinde unsrer Gleichheit,
Tapfren Armes, mannhaft lasst uns ihrer wehren!
Holde Freiheit, dir zum Schilde
Weih’n wir unser Leben, sterben wir in Ehren!
Geliebte Heimat, hochverehrte, sei gegrüßet!
Brasilien! – Feuerklang der hohen Liebe!
Ein Hoffnungsstrahl uns alle mächtig eint,
Wenn deines Himmels Goldkreuz sternenprächtig
In unser Leben licht herniederscheint!
Wie leuchtet es im Sphärenklang der Töne,
Ein Riese ragt ins All der Welten.
Ja, deine Zukunft spiegelt seine Schöne!
Verehrte Erde, unter vielen Tausend bist du, Brasilien,
die geliebte Heimat!
Den Kindern dieses Bodens fürsorgliche Mutter,
geliebte Heimat, Brasilien!

Ein Sonnentraum der seligen Gefilde,
Vom Meer umrauscht, vom Himmelsblau umblüht,
Bist du, Brasilien, leuchtenden Gestades,
Der Neuen Welt zur höchsten Zier erglüht!
Nichts ist süßer als dein Lächeln,
Keine Flur hat soviel Blumen als die deine
Unser Wald erschallt voll Leben,
Unser Leben sprüht im hellren Liebesscheine!
Geliebte Heimat, hochverehrte, sei gegrüßet!
Brasilien, Sinnbild ewger Bruderliebe,
dein Banner weht, von Sternen überglänzt,
Den Ruhm des Einst, der Zukunft goldner Frieden,
Dein grüner Lorbeer flammenhaft umkränzt!
Wenn du fürs Recht das Schwert ziehst, dich zu wehren,
Wir zittern nicht, wir stürzen uns ins Feuer,
Wir schützen dich und sterben stolz in Ehren!
Verehrte Erde, unter vielen Tausend bist Du, Brasilien,
die geliebte Heimat!
Den Kindern dieses Bodens fürsorgliche Mutter,
geliebte Heimat, Brasilien!

Bild: Der Präsident Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva