Was sind Masern?
Die Masern sind eine extrem ansteckende Virusinfektion, die ausschließlich Menschen heimsucht. Es gibt kein Tier als Zwischenwirt, über den das Masernvirus übertragen würde. Eben weil dieser Erreger so ansteckend ist und sich bis heute hartnäckig in der Menschheit hält, erkrankt weltweit fast jeder Mensch im Kindesalter daran - zumindest, wenn er nicht geimpft ist.

Wie erkennt man die Masern?
Das bekannteste Symptom sind die roten Punkte oder Flecken, die sich von Ohren und Hals aus zu den Füßen ausbreiten und mitunter vielleicht sogar ganz lustig aussehen. 8 bis 10 Tage nach der Ansteckung machen sich die Masern aber erst einmal mit Fieber, Husten, entzündeten Augen, Schnupfen und weißen Flecken im Mund bemerkbar. Erst weitere vier bis sechs Tage später kommen die roten Punkte dazu, und das Fieber steigt noch einmal an. Von der Ansteckung bis zum Ende der Erkrankung dauern die Masern gute drei Wochen.

Kann man an den Masern sterben?
Man kann. In den Industrienationen passiert das allerdings weitaus seltener als in den Entwicklungsländern, wo bis zu 10 Prozent der Infektionen zum Tod führen, in Extremfällen sogar 25 Prozent. Diese hohe Quote hängt mit fehlender medizinischer Versorgung und dem schlechten Ernährungszustand vieler Kinder, vor allem in Krisengebieten, zusammen. Im Jahr 2004 starben nach Angaben der WHO weltweit 454 000 Menschen an den Masern. In Deutschland schätzt das RKI, das höchstens einer von 10 000 Infizierten stirbt, in den USA gehen die Centers for Disease Control dagegen von einem Todesfall je 1000 Erkrankungen aus.

Was macht die Masern so gefährlich?
Gefährlich werden die Masern erst, wenn die unmittelbaren Symptome abgeklungen sind, also rund vierzehn Tage nach Ausbruch der Krankheit: Eine Wochen andauernde Schwächung des Immunsystems begünstigt dann bakterielle Superinfektionen wie Mittelohr- oder Lungenentzündung und Diarrhoen. Sie können für sehr kleine oder unterernährte Kinder bereits tödlich, zumindest aber qualvoll sein. Besonders gefürchtet ist die Hirnhautentzündung, die ebenfalls nicht durch die Masernviren selbst verursacht wird, sondern vermutlich durch eine Autoimmunreaktion. Sie betrifft einen von 1000 bis 10 000 Infizierten Jeder vierte dieser Patienten bleibt dauerhaft geschädigt, in jedem zehnten Fall endet die Komplikation tödlich. Auch in Deutschland ist es im Rahmen des aktuellen Masernausbruchs in Nordrhein-Westfalen zu mehreren Fällen einer solchen Masern-Enzephalitis gekommen.

Was kann man gegen die Masern tun?
Gegen eine manifeste Maserninfektion existiert keine ursächliche Therapie. Fieber senken, Husten lindern und bakterielle Infektionen bekämpfen - mehr kann man nicht tun, falls diese Mittel überhaupt zur Verfügung stehen. Die Impfung nimmt deshalb eine zentrale Position im Kampf gegen das Masernvirus ein. Sie erfolgt mit einem Lebendimpfstoff aus abgeschwächten Masernviren und in der Regel zum Ende des ersten Lebensjahrs, aber erst nachdem der "Nestschutz" der Mutter abgeklungen ist - gemeint sind Antikörper, die das Baby von seiner Mutter mitbekommt, und die die Impfung stören würden. Bereits die erste Impfung schützt neun von zehn Impflingen, die zweite Dosis erhöht die Rate auf fast 100 Prozent. Der Impfschutz hält mindestens 20 Jahre an, eine Auffrischung ist nicht nötig.

Hat die Impfung Nebenwirkungen?
Jeder zwanzigste Impfling erkrankt an den so genannten Impfmasern - einer leichten Version der echten Masern mit weniger Fieber und insgesamt schwächeren Symptomen. Das Risiko eine Enzephalitis schrumpft auf eins zu eine Million und ist damit etwa so niedrig wie für einen ungeimpften Gesunden.